„Ohne uns über uns?“ Chancen und Grenzen von KI-Gebärdensprach-Avataren

KI generierte Person mit kurzen, braunen Haaren, dunkelgrauem Shirt gebärdet, der Hintergrund ist hellgrau.

Künstliche Intelligenz soll Gebärdensprache übersetzen, doch viele Taube Selbstvertreter*innen warnen: Die Entwicklung läuft an der Community vorbei. Eine Veranstaltung der Bundesfachstelle für Barrierefreiheit zu KI-Gebärdensprach-Avataren zeigte Potenziale, aber auch deutliche Grenzen. Jana Lange berichtet.

„Krankheit wird moralisiert.“ Ein Gespräch mit Samson Grzybek

Zeichnung einer Person mit kurzen Haaren und Ohrring, T-Shirt und geöffnetem Hemd, die neben einer Topfpflanze sitzt und leicht lächelt. Links steht @noemi_hasler in roter Schrift

Samson Grzybek arbeitet an der Schnittstelle von diskriminierungskritischer Bildungsarbeit, Gesundheitsversorgung und Onlinemarketing. 2021 gründete Samson Queermed: eine Organisation, die ein Verzeichnis für diskriminierungssensibel  empfohlene Praxen und Kliniken anbietet, aber auch Bildungsarbeit, Events und vieles mehr. Im Gespräch mit Max Balzer spricht Samson über inklusive Anamnesebögen, die Grenzen binärer Medizin und über die Frage, warum positive Empfehlungen politisch sein können.  

„Der Hund will geweckt werden“ 5 Fragen an Jasmin Polsini und Valentin Weilenmann

Jasmin Polsini und Valentin Weilenmann der Initiative „Schlafende Hunde wecken“ sind vor ihrer Kunstinstallation zu sehen. Sie sitzt in einem Aktivrollstuhl und trägt schwarze Kleidung, Er steht in weißem Shirt und Jeans daneben.

Inklusion ist für Jasmin Polsini und Valentin Weilenmann eine politische Frage von Macht, Sichtbarkeit und Teilhabe. Mit ihrer Initiative „SCHLAFENDEHUNDEWECKEN“ zeigen sie ableistische Strukturen auf, die viele gar nicht bemerken (wollen). Ihre Cartoons sind dabei Werkzeug, Störung und Einladung zum Umdenken zugleich. Im Interview mit Die Neue Norm sprechen sie über Barrieren im Kopf und im System, über Humor als Strategie und darüber, warum echte Veränderung mehr als schöne Worten braucht.

Ausbildung mittendrin: Wie Menschen mit Behinderung ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt finden

Person mit blondem Zopf steht in Arbeitskleidung hinter einem Empfangstresen und hält ein Blatt Papier in den Händen.

Nur wenige Menschen mit kognitiver Behinderung arbeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Noch weniger haben eine Berufsausbildung. Hier setzt der Verein mittendrin e.V. an: Mit ihrem Projekt „Ausbildung mittendrin“ hat er bereits elf junge Menschen auf ihrem Weg in und durch eine duale Ausbildung begleitet. Drei von ihnen erzählen von ihrem Alltag zwischen Betrieb und Berufsschule, über Hürden und Erfolge. Und von dem besonderen Moment, wenn man den Abschluss endlich in den Händen hält.

Wer wird Millionär*in und wer nicht?

Günter Jauch ist im „Wer wird Millionär“-Studio und hält Krücken in der Hand.

Quizshows wie „Wer wird Millionär?“ gelten als Ort der Chancengleichheit: Alle starten bei null, am Ende zählt nur das Wissen. Doch dieser Eindruck trügt. Denn lange bevor die erste Frage gestellt wird, entscheiden Bewerbungsprozesse mit verschiedenen Barrieren darüber, wer überhaupt teilnehmen darf. Rosalie Renner und Rebekka Krohmer zeigen, wie Barrieren im Casting, im Studio und in der Kommunikation Menschen mit Behinderungen systematisch ausschließen und warum echte Fairness nur mit barrierefreien Strukturen möglich ist.

#71 Von Alltagshelfern bis Lifehacks

Ein Rollstuhl auf dem Bürgersteig. Er hat bunte Speichen.

In Folge 71 unseres Bayern 2 Podcasts sprechen Jonas Karpa, Karina Sturm und Raúl Krauthausen über Hilfsmittel und persönliche „Lifehacks”, die den Alltag mit Behinderung erleichtern. Von absolut notwendigen Rollstühlen über Küchenhelfer und komplexe Routenplanung zeigen die Hosts die kreativen Lösungen der Disability Community.

Differenz ist Wissen – Hearing Cyborg Manifest

Mixed-Media Collage aus Farbklexen, transparenten, weißen Stoffen und zwei Fotografien eines Kindes und einer Frau, die jeweils hinter einer runden Glasglocke sind. Bildhintergrund ist zart lila.

Was manche als Defizit lesen, ist für andere ein Ort von Wissen. In ihrem Hearing Cyborg Manifest formuliert Dr. Inga Scharf da Silva eine radikale Gegenposition zur Reparaturlogik: Differenz muss nicht überwunden, sondern akzeptiert werden. Der Text zeigt, wie Menschsein sich genau dort entfaltet, wo Eigenwahrnehmung und gesellschaftliche Zuschreibung aufeinanderprallen – und warum das Dazwischen mehr weiß als die Norm.

Neue Normen unterm Weihnachtsbaum – Die sechs besten Sachbücher

6 Buchcover vor weihnachtlichem Hintergrund mit Tannen: Andrea Newerla: Wie Familie, nur besser, Regina Schidel: Behinderung und Gesellschaft, Aladin El-Mafalani: Misstrauensgemeinschaften, Ulli Lust: Die Frau als Mensch, Gilda Sahebi: Verbinden statt spalten, Diana Baer (Hrg.): Pflege in Einfacher Sprache

Lust darauf, die Gespräche an Weihnachten aktiv zu gestalten? Diese sechs Sachbücher des Jahres eröffnen neue Perspektiven auf Familienformen, patriarchale Mythen und barrierearme Wissensvermittlung. Sie richten sich an Leser*innen mit unterschiedlichem Vorwissen, hinterfragen gesellschaftliche Normen und eignen sich als Denkanstoß ebenso wie als Geschenk.

#70 Einsamkeit

Das Foto wurde auf Augenhöhe aufgenommen und zeigt eine junge Frau mit Kopftuch, die in einem Feld sitzt. Sie trägt einen Kapuzenpullover, unter dem das Kopftuch sichtbar ist. Die Frau sitzt mit angewinkelten Beinen auf dem Boden, hält ein Handy in der Hand und richtet ihren Blick darauf. Umgeben ist sie von grünen Gräsern und Blumen, von denen einige im Vordergrund des Bildes unscharf zu sehen sind. Die obere Bildhälfte zeigt einen blauen Himmel mit einzelnen Wolken.

Einsamkeit betrifft viele Menschen – quer durch alle Altersgruppen. Doch manche Personengruppen sind mehr betroffen, darunter zum Beispiel behinderte Menschen. Aber was genau ist Einsamkeit eigentlich? Wann haben wir uns eigentlich das letzte Mal einsam gefühlt? In Folge 70 unseres Bayern 2 Podcast sprechen Jonas, Raúl und Karina über Einsamkeit.