Die Neue Norm: Eine Sehbehinderung, ein Rollstuhl, eine chronische Erkrankung. Oder: drei Journalist*innen. Jonas Karpa, Raul Krauthausen und Karina Sturm sprechen über Behinderung, Inklusion und Gesellschaft.
Folge 78: „Gaming“
Jonas: Du sag mal, Raúl, spielst du eigentlich häufiger so Computerspiele oder sowas in der Art?
Raúl: Mein ganzes Leben ist manchmal so eine Art Computerspiel. Zum Beispiel, wenn man versucht, in einem Bus oder in einem Aufzug sich mit mehreren Rollstuhlfahrenden oder Kinderwagennutzenden so wie so ein Tetris-Spiel einzufädeln, dass alle auch reinpassen. Hörst du dann auch diese Musik hier?
[Tetris Musik]
Raúl: In meinem Kopf, ja.
Jonas: Herzlich Willkommen zu die Neue Norm, dem Podcast. Wenn man von Gamern spricht, dann denken viele vielleicht wahrscheinlich an Jugendliche oder Kinder, die sich in ihr Zimmer zurückgezogen haben und da tagelang nicht mehr rauskommen. Tatsächlich liegt das Durchschnittsalter von Gamer*innen in Deutschland aber bei über 38 Jahren. Mehr als 41 Millionen Menschen spielen regelmäßig Computer- oder Videospiele. Gaming ist also schon lange kein Nischenhobby mehr. Nur mal so zur Info, der deutsche Gaming-Markt setzte 2025 rund 9,4 Milliarden Euro um. Und gerade weil der Markt so groß ist, muss man sich die Frage stellen, ist der Markt so groß trotz oder wegen Menschen mit Behinderung? Wir fragen uns heute, wie barrierefrei und inklusiv ist Gaming für Menschen mit Behinderung und wie wird Behinderung in Spielen repräsentiert und sichtbar? Wir haben uns heute hier zu einer kleinen LAN-Party hier zusammengefunden. Bei mir sind Karina Sturm und Raúl Krauthausen.
Karina und Raúl: Hallo.
Jonas: Mein Name ist Jonas Karpa und ich meine, wir klären gleich, inwieweit wir hier auch zu dritt gerne Computerspiele spielen oder sowas in der Art. haben uns aber eine, das wird sie uns gleich selber sagen, eine wahre Expertin dazu geholt, die sich mit inklusiven Gaming auskennt, nämlich Melanie Eilert.
Melanie: Hallo.
Jonas: Stimmt das, wenn ich dich jetzt so ankündige als Expertin für inklusives Gaming, ist das wahrheitsgetreu?
Melanie: Ich denke schon. Also ich beschäftige mich seit 2018 mit Behinderung und Gaming und bin seit 2020 als ehrenamtliche Botschafterin für die Initiative Gaming ohne Grenzen, die sich auch mit Barrierefreiheit, Gaming und vor allem Jugendarbeit auseinandersetzt. Und zuletzt war ich nebenberuflich im Projekt Inclusive Game Lab, wo wir Open Educational Resources, also Lernmaterialien, die frei verwendet werden können, für Medienpädagog*innen und Spieleentwickler*innen erstellt haben, die beleuchten, was die Vorteile von inklusivem Gaming sind und wie man Games barrierefreier gestalten kann. Also ein eindeutiges Ja, würde ich mal sagen.
Jonas: Wie bist du so zum Gaming gekommen? Ist das so ein, womit man sich quasi alle so im Kinder- und Jugendalter irgendwann so Berührungspunkte haben und manche bleiben hängen, manche eben auch nicht. Wie war das bei dir?
Melanie: Kann man schon so sagen, ja. Also als Ende-der-80er-Geborene bin ich klassisch auch mit dem Super Nintendo und dem Gameboy in meiner Kindheit in Berührung gekommen. Ja, das ist irgendwie hängen geblieben bzw. zwischendurch gab es eine Phase, in der ich nicht spielen konnte aufgrund der fehlenden Barrierefreiheit. Aber so mein Herz ist immer am Gaming hängen geblieben.
Jonas: Hast du aktuell ein Lieblingsspiel, so entweder ein All-Time-Favorite oder ein ganz neues, aktuelles, geiles Spiel?
Melanie: Okay, ich spiele immer sehr gerne so diese Story-driven-Games, also so in Richtung interaktiver Film, wo man Entscheidungen trifft, sich durch Dialoge durchklickt und das dann aber auch Auswirkungen auf den Verlauf der weiteren Geschichte hat.
Jonas: Wenn man jetzt quasi sich unseren Podcast angewählt hat, zum Beispiel bei ARD Sounds, wo es übrigens auch alle anderen Podcasts gibt, die wir bislang gemacht haben aus den letzten fast sieben Jahren, dann sieht man ein Bild von dir, wo du quasi ein Gamepad in der Hand hast, was so ein bisschen, als ich das erste Mal sah, habe ich irgendwie gedacht, okay, das sieht aus wie so ein Musik-DJ-Pult. weil es so zwei Turntables, so schwarze Platten hat. Was ist das genau und warum ist das für dich sehr, sehr hilfreich in Bezug auf Gaming?
Melanie: Witzig, dass du das als DJ-Pult beschreibst. Weil meine visuelle Beschreibung sieht aus wie zwei mobile Kochplatten. Das nennt sich Xbox Adaptive Controller. Und diese beiden Kochplatten sind theoretisch Taster, aber die benutze ich nicht. Der für mich wichtige Teil dieses Controllers sind die 19 analogen Anschlüsse, an die externe Taster angeschlossen werden können. Und damit ersetze oder erweitere ich den klassischen Controller der Xbox.
Jonas: Und sind das so die einzigen, also wie, zum Gaming gehört ja quasi viel, wir kommen auch gleich nochmal zum Thema so Repräsentation im Gaming und wie so die Software funktioniert, aber ich finde gerade für Menschen, die, sag ich mal, in der Mobilität eingeschränkt sind, oder ich weiß nicht, wie es für dich, Raúl, ist, wenn du, sag ich mal, jetzt eine stundenlange Gaming-Session machen musst und so ein Controller wiegt ja auch was, das ist ja, glaube ich, auf Dauer dann eben auch nicht so, so wahnsinnig barrierefrei. Melanie, wie barrierefrei ist von der Hardware allein, sag ich mal, der Gaming-Bereich?
Melanie: Ich würde sagen, da geht noch ganz schön was obendrauf. Mit diesem Xbox Adaptive Controller, der ist 2018 erschienen, hat es eigentlich angefangen, dass das erste Mal ein adaptiver Controller für den Markt entwickelt wurde. Inzwischen gibt es auch einen von Playstation und noch so eine Handvoll von Drittanbietern. Aber es könnte auf jeden Fall noch mehr Angebote geben, weil eben die Möglichkeiten aller Menschen ja auch sehr individuell und unterschiedlich sind und je mehr Auswahl es da gibt, desto besser sind sie versorgt.
Karina: Ich finde das so krass, wenn du sagst, das gibt es erst seit 2018. Ich habe das Gefühl damals, das war ziemlich genau da, als wir mal gesprochen hatten, genau über diesen Adaptive Controller. Aber 2018 ist ja noch nicht super lange her und wenn ich überleg, also ich war ja nie wirklich irgendwie into Gaming so, aber ich hab damals mein allererster Computer, so ne, so ein riesengroßes Röhrenteil gefühlt irgendwie, wo man mal jemanden mit erschlagen kann, auf dem habe ich noch irgendwie Lara Croft Tomb Raider oder irgend sowas gespielt. Und das war das erste Mal, dass ich quasi mit Gaming in Kontakt kam. Und das ist ja schon ewig her. Also was ist quasi, was ist passiert zwischen, also du bist ja glaube ich sogar ähnliche Generation wie ich, was ist passiert zwischen damals und, also wo es quasi Computer gab und 2018?
Melanie: Ja, das ist, ich weiß nicht viel passiert, würde ich sagen. Also es gab tatsächlich in den 90ern in Japan einen Mund-Joystick von Nintendo. Aber der ist nie über Japan hinaus verkauft worden.
Jonas: Aber Karina, du hast gerade Tomb Raider, also quasi so ein klassisches Adventure-Spiel mit Lara Croft als Hauptprotagonistin, ja also auch quasi wo eine Story hinter ist, wo man in der Geschichte lösen muss und gleichzeitig aber auch klettern, schießen, Dinge verschieben, alles mögliche machen muss. War das für dich so ein typisches Role Model?
Karina: Ich habe das Gefühl, da kann ich jetzt keine richtige Antwort drauf geben.
Jonas: Deshalb stelle ich dir diese Frage…
Karina: Naja, offensichtlich ist das super sexistisch also alleine wie die Person dargestellt ist so. Ich glaube damals habe ich mir über sowas nicht so viele Gedanken gemacht und ehrlicherweise ich habe es relativ schnell aufgegeben, weil ich immer quasi im ersten Level, als ich so einem Affen gegenüber stand, bin ich ohnehin immer gestorben und nachdem es dann irgendwie 20 mal passiert ist habe ich es nicht mehr weiter versucht. Ich bin nicht so gut im Verlieren und hab dann nicht so viel Lust da weiter zu spielen.
Jonas: Auf Computerspiele bezogen oder auch generell wenn ich jetzt, wenn wir jetzt eine Partie UNO spielen würden?
Karina: Oh Gott, du willst nicht mit mir UNO spielen.
Jonas: Okay.
Karina: Keiner spielt gerne irgendwas mit mir. Ich bin schlecht im Verlieren, aber ungefähr genauso schlecht im Gewinnen.
Jonas: Aber du hast ja Gedanken dazu gemacht, im Vorfeld auch, als wir schon ein bisschen natürlich uns vorher mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Was wäre denn ein gutes Computerspiel für uns alle?
Karina: Ja, ich habe kurz mal versucht, eins zu finden, aber das ist ja, also das ist wirklich schwierig, weil wir so unterschiedliche Behinderungen haben. Deswegen, also und ich kenne mich auch einfach nicht gut genug aus, aber ein Spiel, das gerade total gehypt wird und ich habe da ein paar YouTube-Videos zu gesehen und ich fand die sehr amüsant, war Mecha Chameleon. Ich weiß gar nicht, ob man das wirklich so spricht. Das ist nicht sonderlich barrierefrei, also nur damit wir wissen, worum es hier ungefähr geht, falls ihr das nicht kennt. Das sind quasi so kleine Strichmännchen-Charakter und mit denen muss man sich verstecken. Also es ist wirklich ein Verstecken und Gefundenwerden-Spiel. Und man versteckt sich in einem Haus und muss sich dann quasi anmalen, sodass man irgendwie in der Umgebung quasi untergeht und sich halt einfügt. Und dann laufen da andere Leute rum, die suchen und natürlich mit Waffen, warum auch immer. Und wenn sie dich finden, erschießen sie dich und dann hast du verloren und dann musst du suchen. Und das fand ich total amüsant, also einfach weil es witzig einfach war so und dann habe ich halt gegoogelt wie barrierefrei ist das und dann hat sich zum beispiel schon mal herausgestellt die haben überhaupt keine Art von Audiodeskription in irgendeiner Form. Da dachte ich mir gut dann funktioniert das ja schon mal auf jeden Fall nicht für uns alle. Deswegen ich habe keine Ahnung, Melanie gibt es ein Spiel, das irgendwie für alle geht?
Melanie: Spontan würde mir da gar nichts einfallen. Eine Bekannte von mir ist in einer Accessibility Consulting Gruppe für Gaming auch und dort kommen auch verschiedene Behinderungen zusammen. Sie meinte auch mal, dass sie geguckt haben, ob sie als Team mal irgendwas zusammen spielen können und sind am Ende auch an der Auswahl gescheitert, dass es ja kein Partyspiel gibt, was wirklich in jedem Bereich genug Barrierefreiheit anbietet.
Karina: Das kann eigentlich auch nicht sein.
Jonas: Raúl, du hast eben am Anfang ja so relativ scherzhaft von deinem Real-Life-Tetris gesprochen. Wir haben ja schon häufig über alle möglichen Dinge uns unterhalten, aber ich glaube, wir haben noch nie, ich habe dich noch nie gefragt, ob du früher mal Computerspiele gespielt hast. Warst du so ein typischer Zockergamer?
Raúl: Ich wäre gerne einer gewesen. Und ich habe auch relativ viel gezockt. Keine Ahnung, was habe ich denn gespielt? Counter-Strike, Rainbow Six, Command & Conquer. Also Ballerspiele. Age of Empires, Age of Wars oder Game of Wars. Nee, Empire Earth, genau so hieß das. Und alles so Spiele, glaube ich, die man damals so gespielt hat. Und World of Warcraft 1 und 2 habe ich auch sehr gerne gesuchtet. Und das Problem ist, ich bin gar nicht müde geworden oder so. Und das war auch kein Problem mit den Controllern, sondern dass ich dann einfach sehr schnell Freunde hatte, die immer besser waren als ich. Und das spielt man dann eine Weile. Und irgendwie, das ist aber auch bei Brettspielen so. Also das hat jetzt nicht unbedingt was mit Computern oder Controllern zu tun, sondern ich treffe immer auf Leute, die sind besser als ich. Und ich verliere schon okay, gerne, aber nicht immer. Und dann irgendwann hat man auch gar keinen Bock mehr. Vor allem, wenn dann der Gegner Haushoch gewinnt oder so. Und du dich freust, wenn du ihn einmal besiegt hast, dass da immer dann irgendwann die Luft raus ist. Ich habe Spaß am Anfang, wenn ich auch mal gewinne. Aber wenn die Freunde dann einfach davonziehen, weil sie einfach schneller sich entwickeln, als ich es jemals habe, dann gebe ich schnell auf. Und wir haben jetzt seit ein paar Jahren eine Switch, diese Konsole. Und die hat tatsächlich den Vorteil, dass du sie am Fernseher spielen kannst. Aber du kannst sie auch mitnehmen. Und wenn du sie mitnimmst, hat sie so einen eingebauten Ständer, sodass du sie nicht halten musst. Und du kannst die Controller trotzdem abnehmen und benutzen. Und die Controller sind relativ klein und leicht. Das heißt, die kann ich auch ganz gut nutzen. Und da haben wir Mario Kart, was man dann halt so spielt. Aber dann habe ich entdeckt Overcooked. Das ist so ein Kochspiel. Also man kocht nicht wirklich, aber man spielt so eine Küche.
Jonas: Womit wir wieder bei dem Controller wären, bei den mobilen Herdplatten.
Raúl: Aber auf jeden Fall ist das Spielkonzept so, dass du im Team versuchst, die Bedienung zu erfüllen, die die Kunden in diesem Restaurant sich wünschen. Und da wünschen sie sich halt bestimmte Sushi-Arten oder eine Pizza mit Salami. Und da musst du es halt im Team rechtzeitig ausliefern und auch noch Teller waschen und das Geschirr ansammeln und so weiter und so fort. Sehr stressig. Und warum ich das erzähle, ist, dass die Figuren, da gibt es irgendwie eine Option, dass du Figuren nimmst, die im Rollstuhl sitzen. Okay. Also rollstuhlfahrende Köche. Was sehr lustig ist. und dann haben beide Frau und ich, die auch im Rollstuhl sitzt, sind wir natürlich jetzt das Koch-Rollstuhl-Dream-Team in diesem Spiel. Und wenn wir das zu viert spielen, da sind immer zwei im Rollstuhl, zwei nicht im Rollstuhl. Es ist nur die Form. Die haben keine besondere Kraft oder Geschwindigkeit, sondern es ist einfach nur die Form der Charaktere. Und das klingt ja auch immer, wenn die so fahren, die Räder quietschen. Das ist wirklich sehr lustig.
Jonas: Ja, ich kann mir das sehr gut vorstellen, wie ihr das dann zu viert macht. Also das feiere ich jetzt schon.
Raúl: Das macht auch wirklich Spaß. Aber auch da, ich habe einen Kumpel, der macht die Küche alleine, weil ich so schlecht bin.
Jonas: Aber du guckst ihn nicht, aber nicht so im Sinne von, dass du dann quasi dieses Wissen, was du dir edukativ in diesem Computerspiel aneignest, dann zu Hause auch umsetzt.
Raúl: Man lernt nicht kochen mit dem Spiel, nein. Da fallen auch Kometen vom Himmel und dann brennt die Küche und so. Also ich hoffe, das passiert im Real Life nicht.
Jonas: Okay.
Karina: Weißt du, was ich mich bei sowas immer gefragt habe? Ich spiele auch, oder ich habe teilweise auch total gern so irgendwie so Planungsspiele gespielt. Also auch so App-basiert auf dem Handy, irgendwie so Hotelmanager, wo du dann rumlaufen musst und irgendwie Leute in Zimmer einweisen, so ganz einfach. Aber dann denke ich mir immer, eigentlich mag ich gar nicht so gern planen. Und dann nicht auch noch in meiner Freizeit. Und gleichzeitig, du spielst ein Spiel, wo du irgendwie kochen musst. Kompensiert man irgendwas damit?
Raúl:: Das ist der Zeitdruck. Du spielst ja gegen die Zeit. Es gibt das gleiche Spielkonzept, das heißt Moving Out. Und da versuchst du einen Umzug zu gestalten von einer Wohnung. Und dann die Kisten, also die Wohnung schnell genug ausräumen und den LKW schnell genug beladen. Und dann das gleiche wieder rückwärts. Also es ist das gleiche Spiel.
Karina: Aber was ist da quasi der… Warum spielen wir das? Warum gefällt einem sowas? Ich hab das Gefühl, wenn du im echten Leben umziehen musst, findet das jeder ziemlich scheiße.
Raúl: Also einfach Timekiller.
Melanie: Aber im echten Leben hauen dich auch keine Geister, während du gerade umziehst. Ja, das stimmt. Also diese Reihe Overcooked und Moving Out ist schon sehr Comichaft und ja, einfach witzig gemacht. Hat nicht sehr viel mit Realität zu tun.
Raúl: Es hat auf jeden Fall die Hälfte meiner Corona-Phase mich unterhalten.
Jonas: Also ich finde es total spannend, dieser Aspekt, womit man sich dann eben die Zeit vertreibt und irgendwie auch ablenkt, was eben Age of Empires, also quasi das klassische…
Raúl: Hululu, Hululu.
Jonas: Dieses klassische Spiel, was damals, glaube ich, mit jedem Windows mitgeliefert wurde, als Lizenzspiel, wo es ja darum geht, ja, damals, also in einer gewissen Zeit, im Mittelalter, eine Bevölkerung aufzubauen, ein Dorf aufzubauen, das zu militärisch auszustatten, gleichzeitig immer wieder für Rohstoffe zu sorgen, also quasi die Felder zu bewirtschaften, Steine und Gold abzubauen, Bäume zu fällen und damit dann die Bevölkerung wachsen zu lassen und dann irgendwann natürlich die Gegner anzugreifen.
Raúl: Es geht nicht ohne. Das endet immer im Krieg.
Jonas: Immer das, aber das finde ich zumindest so in den Ende der 90er, 2000er. Anfangs dieser Zeit, das ist irgendwie so ikonisch, dass zum Beispiel jemandem in meinem Umfeld, der ist Vater geworden und sehr auch früher in seiner Kindheit und Jugend das Age of Empires total häufig gespielt hat der ist halt quasi Vater geworden und wir haben quasi eine Grußkarte geschenkt und es gibt ja diese Grußkarten, die so Töne abspielen. Und es gibt auch welche, die man selber mit einem Ton bespielen kann, wo man dann was sagen kann oder so und dann wird das dann abgespielt. Und wir haben diesen Ton dort aufgespielt, der bei Age of Empires immer kam, wenn man einen neuen Dorfbewohner erschaffen hat. Also dieses hier. [Ton]. Und das haben wir dann quasi genommen und da drauf gespielt und ein Brüller. Es war quasi dieses herzlichen Glückwunsch zum Vater werden. Du hast quasi einen neuen Dorfbewohner erschaffen.
Raúl: Ja, sehr gut. Ein Freund von mir hat so einen Sensor für die Wohnung mit dem Netflix Startsound bespielt, wenn man das Zimmer verlässt.
Jonas: Auch sehr schön. Ich merke für mich, ich bin auch quasi bei dir, Karina, ich mag solche Aufbau- und Managerspiele. Also schon immer. Also alles das, natürlich klassisch Fußballmanager, also sowas wie die ganze Anstoßreihe, die teilweise immer noch bespielt wird, wo immer noch es Leute gibt, die aktuellen Spieler editieren und man das dann quasi als Dateien runterladen kann. Ich glaube, einer meiner Spielstände, da bin ich im Jahr 2150 oder so. Und also sowas. Und auch diese klassischen, mein Café, mein Krankenhaus, meine Burgerbude, mag ich total. Ich habe früher auch viel so andere Sportspiele gespielt, also klassisch FIFA, also Fußball oder auch NHL, also Eishockey. Was mich selber dazu geführt hat, dass mich sowas total interessiert hat und ich dann früher Inliner-Hockey gespielt habe. Also aus diesem Interesse, was aus diesem Computerspiel irgendwie gekommen ist. und ich habe auch eine Zeit lang so taktische Shooter gespielt, also jetzt nicht so rein einfach nur rumlaufen und irgendwelche Leute abschießen, sondern schon mit einer Geschichte dahinter, also Geiseln befreien, eher die Leute nicht umbringen, sondern quasi bewegungsunfähig machen und dann festnehmen.
Raúl: Was denn Hitman? Was sind denn das für viele dann?
Jonas: Zum Beispiel SWAT 4. Also die SWAT-Reihe, das war dann SWAT 4 in dem und du hast dann ein Team aus vier anderen Leuten, die du dann steuern kannst im Sinne von…
Raúl: Genau, das kenne ich von Rainbow Six.
Jonas: Genau, öffnet diese Tür, werfen eine Handgranate rein, die die Leute blendet und dann Leute festnehmen.
Raúl: Man kennt das ja.
Jonas: Natürlich, was man halt so macht. Ich merke aber quasi durch meine Sehbehinderung, die ich habe, dass eben gerade solche Spiele, wo es halt um…
Raúl: So viele Blendgranaten.
Jonas: Zum Beispiel. Oder wo halt spontan irgendwie was passiert, wo es halt um Schnelligkeit, um Reaktionsfähigkeit geht, dass das eher eine Barriere für mich darstellt.
Raúl: Aber wie spielst du denn dann? Gibt es Audio-Games?
Jonas: Also da verlassen wir jetzt den Computerspielbereich eher. Also ich finde zum Beispiel Spiele wie Hitster, Also wo es dann wirklich um das Sortieren von Liedern im Jahres, also quasi im Jahrzehnt geht, wo man sich Lieder anhört und sagt, okay, war das irgendwie vor 1986 oder danach? Also wenn es solche Spiele geht, sowas finde ich natürlich total cool, wenn es wirklich diese andere Ebene beinhaltet. Aber sonst aktuell auch eher handybezogen. Also diese ganzen, also das sind ja keine richtigen Computerspiele, sondern es ist ja quasi wirklich dieser Zeitvertreib nebenbei, solche Puzzle.
Raúl: Aber gibt es akustische Spiele, also Spiele, die du mit Audiosignalen dann eher wahrnimmst als über den Bildschirm?
Jonas: Ne, nutze ich jetzt nicht. Also wüsste ich jetzt, habe ich mich noch nicht so mit auseinandergesetzt. Das wäre halt auch nochmal quasi so die Frage oder das Spannende, wie sich natürlich auch so das eigene Spielekonsum eben auch aufgrund der Behinderung ändert. Melanie, ich weiß nicht, wie es bei dir ist. Du hast gesagt, das sind dann eben auch Spiele, wo es um Story geht, um Entscheidungen treffen. Ist das Interesse für dich bei solchen Spielen auch eher deswegen da, weil du sagst, okay, so wirklich mit Reaktionsschnelligkeit, das ist irgendwie dann nicht so dein Metier?
Melanie: Ja, es ist eine Mischung aus beidem. Also zum Einen ist es schon barrierefreier für mich, diese Art von Spielen zu spielen. Aber ich erlebe auch einfach sehr, sehr gern Geschichten. Also ich lese auch super gerne oder gehe gerne ins Musicaltheater, was auch viel mit Geschichten erleben in andere Welten zu tun hat. Ich glaube, es passt einfach gut zusammen, dass dann diese Art von Spielen auch für mich sehr zugänglich ist. Ich würde aber gerne mal kurz an die Frage von Raúl anhaken. Ja, es gibt auch Audio-Games. Da gibt es sogar eine ganze Community, die sich darum gebildet hat, die Audio-Games entwickelt und auch aktiv viel spielt. Und vor ein paar Jahren, so drei oder vier Jahre her, ist sogar ein Konsolenspiel als Audio-Game erschienen. The Vale hieß das. Gab es für die Xbox.
Raúl: Hast du das Gefühl, es gibt insgesamt jetzt, also der Controller ist jetzt 8 Jahre alt, es gibt einen Fortschritt trotzdem? Oder ist es jetzt einfach damals stehen geblieben nach dem Hype und alle neuen Spiele, Halo 1 bis 1000, bleiben nicht barrierefrei?
Melanie: Ja und nein. Also der Controller hat sehr viel angestoßen, da ist auch unfassbar viel Marketingbudget reingesteckt worden. Und dann ging es viele Jahre sehr steil aufwärts, was Barrierefreiheit und auch Aufmerksamkeit für das Thema angeht. Ich würde sagen, so ein Höhepunkt ungefähr bei The Last of Us 1 und 2, was Spiele von Playstation sind, die als Action-Shooter sogar auch so entwickelt wurden, dass sie einhändig oder blindspielbar sind. Aber seit so zwei Jahren beobachten wir eher, dass es wieder rückläufig ist und die Aufmerksamkeit deutlich runtergegangen ist und auch weniger große Entwicklungen passieren.
Raúl: Und wenn jetzt jemand von den Hörer*innen hier darüber nachdenkt, für Freunde, Angehörige mit Behinderung eine Konsole zu besorgen, welches Universum wäre es? Nintendo, Sony oder Microsoft?
Melanie: Ich weiß nicht. Ich glaube, da kann man keine konkrete Empfehlung aussprechen. Es kommt glaube ich darauf an, welche Art von Spielen man vor allem gerne spielen möchte. Also so Familie und Partyspiele wäre für mich eher Nintendo.
Raúl: Haben die auch Lösungen für was Barrierefreiheit angeht? Also spezielle Controller und so?
Melanie: Es gibt von einem Drithersteller den Hori Flex, der ist vom Prinzip mit dem Xbox Adaptive Controller vergleichbar. Ansonsten leider nicht. Aber die Switch 2 hat zum Beispiel auch Text-to-Speech von den Konsolen-Menüs, was unglaublich spät ist, dass es erst die Switch 2 hat und nicht die 1 hat. Weil bei Xbox und Playstation gibt es das viel länger. Aber immerhin ist es zumindest jetzt auf der neuen Switch schon drauf.
Raúl: Und für die Sony Playstation gibt es auch entsprechende Lösungen?
Melanie: Genau, ja, also da gibt es auch eine Folgefunktion oder auch einen adaptiven Controller, der allerdings ein anderes System, sage ich mal, ist als der Xbox-Controller.
Jonas: Das, was ich mich immer frage, ist, was ich ja quasi bei mir selber merke, wie sich mein Spieleverhalten aufgrund der Behinderung verändert hat. Es wäre natürlich cool, wenn alles möglich wäre. Wenn man sagt, okay, alle Spiele sind in dem Sinne barrierefrei und auch für alle spielbar. Sag ich mal jetzt gerade das Ganze, was audiodeskriptiv ist, also wenn es um Alternativtexte vor diese Funktionen geht, stelle ich mir als Person, die jetzt wie gerade nicht in diesem Gaming-Umfeld total unterwegs ist, dass natürlich irgendwie solche Managerspiele oder solche Aufbauspiele, wo du halt ganz klare Abfolgen hast oder ganz immer die gleichen Buttons hast und du irgendwie dich irgendwo durchklicken musst, dass das natürlich wesentlich einfacher ist, barrierefrei umzusetzen, als jetzt, sag ich mal, Spiele, die sehr freie Welten sind oder sehr dynamisch sind, wo du quasi durch deine Entscheidung, je nachdem, wo du mit deinem Charakter oder deinem Spieler hin- und herläufst, die ganze Welt in dem Sinne auch veränderst. Melanie, gibt es dort auch aus dieser barrierefreien Perspektive Grenzen, wo man irgendwie sagt, ja, jetzt so ein FIFA-Fußballspiel audiodeskriptiv barrierefrei umzusetzen, das ist schier unmöglich und dann lässt man es auch dort.
Melanie: Ich weigere mich zu sagen, irgendwas ist unmöglich, weil ich glaube, wenn kreative Köpfe – und Menschen in der Spieleentwicklung sind in der Regel kreative Menschen – sich zusammensetzen, dann gibt es für nahezu alles eine Lösung. Also ich hätte auch vor zehn Jahren nie gedacht, dass ein Zombieshooter wie The Last of Us barrierefrei sein kann für Menschen, die eine langsame Motorik haben oder für Menschen, die wirklich gar nichts sehen. Also nicht nur wenig, sondern komplett blind sind. Und die haben gezeigt, es ist möglich.
Jonas: Apropos Zombies, Repräsentation in Videospielen. Ich meine, wir müssen jetzt nicht über, also Role Models hin oder her, Lara Croft hin oder her aber ich fand es cool Raúl, was du eben gesagt hast von denen dass man in deinem Restaurantspiel dann ja auch Figuren auswählen kann die im Rollstuhl sitzen. Ich habe die Computerspielewelt so wahrgenommen, dass es ja auch häufig dann eben Heldinnengeschichten sind oder eben Figuren, die so aus der Fantasie sind, dass es eben nicht die orthonormalen Menschen sind, die draußen auf der Straße unterwegs sind. Also selbst bei solchen Spielewelten wie Grand Theft Auto, wo es darum geht, Missionen zu absolvieren, Autos zu klauen, in der Welt rumzufahren, Leute zu erschießen. Selbst da sind ja quasi die Figuren wahnsinnig überzeichnet. Deshalb ist so die Frage, inwieweit dieses Thema Behinderung und Repräsentation in Computerspielen in so einer Fantasiewelt, wo es ja vielleicht eben auch manchmal eben nicht sich selber zu spielen oder quasi in eine andere Rolle zu schlüpfen, inwieweit dort Repräsentation irgendwie reinpasst. Welche Meinung hast du dazu, Melanie?
Melanie: Ich denke, es kommt darauf an, was für eine Spielwelt gerade gezeigt wird. Also wenn ich ein Spiel habe, das so mehr oder weniger in unserer Welt spielt und ich laufe über einen Marktplatz und sehe keine einzige Person mit einer sichtbaren Behinderung, dann ist da definitiv die Repräsentation fehlgeschlagen. Weil es kann nicht sein, dass ein belebter Platz einfach niemandem zeigt, der eine Behinderung hat. Und ja, so im Bereich der Hauptcharaktere findet eigentlich so gut wie keine Repräsentation von Behinderungen statt.
Jonas: Karina, du hast ja gerne, also du hast auch mal erzählt von deinem Krankenhaus, dass du bewirtschaftet hast, beziehungsweise geleitet hast als Krankenhauschefin, ne?
Karina: Ja, es ist lustig, wie sich das manchmal so fügt, aber irgendwie in der Zeit, in der ich hauptsächlich auf dem Sofa lag, weil ich akut sehr, sehr schnell sehr krank wurde und dann hatte ich quasi plötzlich ganze Tage ohne irgendwas zu tun und hatte dann nach ein paar Wochen keine Lust mehr, mir irgendwie hier das mittags deutsche Fernsehen reinzuziehen und irgendwelche Gerichtshows und so. Und habe dann irgendwie angefangen, Theme Hospital zu spielen, was ich glaube, ich weiß gar nicht, wie alt ich da war, aber ich war sehr jung, als ich das das erste Mal auch wieder auf dem uralten Computer gespielt habe. Da gab es dann irgendwie eine neue App-Version von. Und ja, dann dachte ich mir, was könntest du Besseres tun, wenn du gerade irgendwie akut krank auf dem Sofa liegst, als ein Krankenhaus zu betreiben. Und das war schon, das fand ich irgendwie ganz nett.
Raúl: Und Theme Hospital funktioniert wie Theme Park, oder?
Karina: ja, ich glaube ungefähr ich habe Theme Park nie gespielt, aber das wird immer gleichzeitig beworben das war das eine, mit dem ich irgendwann mal eine Zeit lang da habe ich wirklich Stunden mit verbracht und das andere waren so Facebook-basierte Spiele und da war Facebook noch relativ neu und dann gab es Cityville das habe ich auch, da habe ich ewig gespielt, aber das hat mich irgendwann so genervt, weil du quasi immer darauf angewiesen bist, dass du was in deinem Profil postest und dann musst du likes kriegen und Leute müssen dir irgendwelche Sachen schicken, damit du in dem Spiel weiterkommst und das hat irgendwann keiner mehr gemacht und ich war da wirklich ich war sehr engagiert ich habe die Leute dann sogar privat angeschrieben und gesagt kannst du mir hier bitte meine Sachen schicken, damit ich weiterkommen und irgendwann hat es einfach keiner mehr gespielt und dann war dann hatte ich auch keinen Bock mehr.
Jonas: Karina hat eine Glücksnuss geöffnet.
Raúl: Also ich kenne total viele Leute in meinem Freundeskreis, die Sims gespielt haben.
Karina: Oh, ja.
Raúl: Sims 1 bis 4 oder so.
Jonas: Du meinst also quasi einen Swimmingpool bauen, die Leiter wird entfernen und den… Ja, und Kinder machen und keine Ahnung was.
Karina: Wait, da kann man Kinder machen?
Jonas: Ja, da kann man Kinder machen.
Karina: Aktiv? Das ist ein bisschen voyeuristisch.
Jonas: Du schaust nicht zu. Muss ja jugendfrei sein. Aber auch da, also jetzt so, ich habe das auch mal eine Zeit lang gespielt, aber auch dort glaube ich keine Person, die irgendwie eine sichtbare Behinderung hat oder im Rollstuhl sitzt oder sowas?
Melanie: Also die Sims haben da aufgestockt. Also inzwischen gibt es zumindest ich glaube, Hörgeräte, eventuell auch Prothesen. Also da ist was dazugekommen, auf jeden Fall.
Jonas: Ich habe im Vorfeld mit unserer Podcast-Aufzeichnung auch mal hier bei uns im Büro mit Kolleginnen gesprochen, die auch noch mehr Computer spielen als ich, aber mehr Computer spielen als ich. Wo auch nochmal so interessant war dieser Aspekt von, dass ja manchmal eben dieses, dass der Charakter erweitert wird. So ein bisschen wie bei Terminator, dass du halt irgendwelche Gadgets oder Fähigkeiten hast, also im Sinne von Spezialprothesen, mit denen du dann noch schneller laufen kannst oder spezielle Brillen und so weiter, also wo die Hilfsmittel das Gadgets sind, die nochmal dich zu mehr Sachen befähigen, dass das irgendwie auch manchmal Thema ist. Ist das auch etwas, was dir, Melanie, aufgefallen ist? Oder wo du sagst, okay, so taucht Behinderung, wenn überhaupt, auch auf in solchen Computerspielen?
Melanie: Ja, es kommt auf jeden Fall vor. Ich denke, auch da muss man jetzt wieder gucken: Passt das in die Welt, ins Konzept, weil dann finde ich es in Ordnung. Bricht es aber in irgendeiner Form daraus aus und es ist nur dieser behinderte Charakter, der irgendwie so eine super Eigenschaft reingebaut bekommt, dann ist es, finde ich, nicht in Ordnung, weil dann wird da irgendwie so ein Super-Crip draus und ja, das muss nicht sein.
Jonas: Was wäre denn jetzt an euch alle, euer Super-Gadget Avatar-Dings, wenn ihr euch das bauen könntet, was wäre da die Super-Fähigkeit oder der Cheat-Code, wenn ihr den eingeben könntet, was dann auf einmal möglich wäre?
Karina: Ich wäre unsichtbar. Ich finde, das ist irgendwie… Das muss ich jetzt einfach sagen. Ich glaube, ich könnte fliegen. Aber unsichtbar fände ich auch ganz nett.
Melanie: Fliegen fände ich auch super.
Karina: Ja, das ist irgendwie geil. Ich meine, wer will das nicht?
Jonas: Aber so Jetpack-mäßig oder so wirklich Arme ausbreiten und vogelmäßig flatten?
Karina: Nee, so ich selber fliegen, ohne irgendwelche Hilfsmittel.
Jonas: Okay.
Raúl: Ich hätte gerne alle Waffen.
Karina: Alle Waffen?
Raúl: Alle Waffen. Einfach so pauschal. Auch in echt.
Jonas: Okay. Warum?
Raúl: Waffen sind, wie ein guter Freund von mir immer sagt, ich erzähle hier heute viele Freunde, aber ein guter Freund von mir sagt, Waffen sind Meinungsverstärker. Also du musst sie ja nicht nutzen, aber du kannst zumindest ihre Benutzung androhen. Und dann im Computerspiel kommt man damit auch weiter.
Jonas: Du meinst quasi jetzt so quasi Raúl Krauthausen, dem Inklusionsaktivist, muss man zuhören, denn er hat eine Atombombe.
Raúl: Ja, das ist ja gleich so Ultimativ, aber so im Computerspiel.
Jonas: Du sagst alles.
Raúl: Ja, alle machen. Du hast mich nach einem Cheatcode gefragt und nicht einem Cheatcode für Revolver, das bringt ja nichts.
Jonas: Ja, alles in Ordnung. Also ich finde das mit dem Fliegen auch interessant, nur gleichzeitig, also dann muss aber auch irgendwie meine Höhenangst dann in dem Moment weg. Also das wäre, glaube ich, etwas, was in Kombination sein müsste, weil was bringt das, wenn ich sage, ach komm, hier aus dem Büro heraus, 8. Stock, auf den Aufzug warten oder Treppen nehmen oder einfach hier Fenster auf und dann eben runtergleiten, aber dann zu merken, baaah.
Karina: Nee, aber hast du nicht Höhenangst, weil du quasi Angst hast zu fallen und dann zu stürzen und zu sterben potenziell? Also das ist, warum ich Höhenangst habe. Wenn ich fliegen könnte, hätte ich das ja auch gleichzeitig wieder nicht mehr, weil dann passiert das ja nicht.
Jonas: Ich habe meistens dann Höhenangst, wenn ich quasi Gegenstände in der Hand habe, weil ich Angst habe, dass sie mir runterfallen. Dass ich Sachen verliere. Also quasi auf irgendwelchen Aussichtsplattformen zu stehen, null Problem, aber sobald ich irgendwie quasi das Handy in der Hand habe, um Fotos zu machen, dann kribbelt es. Also ich sollte bei der Option fliegen zu können, vielleicht dann irgendwie kein Handy in der Hand haben.
Raúl: Aber fliegen können bei Peter Zocker macht auch keinen Sinn. Ja, natürlich. Aber alle dürfen auch nicht.
Jonas: Nochmal zurück auf dieses Repräsentationsding bei Computerspielen. Was wäre denn wünschenswert? Ich finde dieses Mainstreamige, das, was wir auch immer haben, Disability Mainstreaming, also bei dem Kochspiel oder dem Restaurant, dass du einfach den Charakter auswählen kannst. Melanie, was du eben gesagt hast, dass du Szenarien hast in einer Welt, wo eben vielleicht auch andere NPCs unterwegs sind, also quasi non-playable Characters, also Computerfiguren, die einfach rumlaufen, dass auch dort Leute halt unterwegs sind mit einer sichtbaren Behinderung. Also ich glaube, wenn ich so an meine also hier Grand Theft Auto, also GTA, diese Reihe halt wo ja die ganze Stadtbevölkerung immer unterwegs ist. Ich glaube, da gibt es auch keine, also in den Reihen, die ich damals gespielt habe, gab es auch keine Personen, die irgendwie im Rollstuhl in der Stadt unterwegs waren oder mit einem Langstock oder Assistenzhund oder sowas. Also das wäre irgendwie in dem Sinne, glaube ich, sehr cool. Was würdest du dir wünschen, Melanie?
Melanie: Ja, genau, also das Charaktere mit Behinderung einfach ganz natürlich mit in der Welt eingebaut werden. Und auch, wenn es jetzt nicht gerade darum geht, Berge hochzuklettern und an Lianen zu schwingen, kann auch der Hauptcharakter natürlich eine Form von Behinderung haben, die aber nicht als Begründung für die Story hergenommen wird, sondern einfach dabei ist. Also wenn ich zum Beispiel so ein Managerspiel habe oder irgendwas in die Richtung und dort den Charakter auch mal sehe, der das Krankenhaus managt, warum sollte er nicht im Rollstuhl sitzen können?
Karina: Jetzt muss ich mal blöd fragen. Also wenn, weil du jetzt gesagt hast, der Hauptcharakter im Rollstuhl soll nicht Lianen schwingen und sowas. Wenn jetzt, wenn das quasi so ein Fantasy-Spiel ist, also ich kenne ja nicht viele Spiele, aber ich ich stelle mir jetzt gerade vor jeder egal ob einer im Rollstuhl, nicht behindert oder whatever alle haben quasi Superpower. Soll dann der rollstuhlfahrende Charakter nicht auch an Lianen schwingen können weil es alle anderen quasi auch können. Also was ich meine ist es dann nicht diskriminierend wenn der rollstuhlfahrende Charakter der einzige ist, der das alles nicht kann, während alle anderen das können? Verstehst du meinen Gedanken?
Melanie: Das kommt auch darauf an, warum die anderen das können. Also können sie es, weil sie Superkräfte haben? Dann kann der auch Superkräfte haben. Aber können sie es einfach, weil die körperlich grundsätzlich dazu in der Lage sind? Dann wäre halt die Frage, warum sitzt dieser Rollstuhlfahrende im Rollstuhl? Hat er eine Muskelkrankheit, so wie ich. Dann würde der wahrscheinlich nicht an einer Liane hängen und auch noch seinen E-Rolli mit hinterher schwingen.
Karina: Also wir müssen die quasi fliegen lassen, damit es quasi so unrealistisch ist, dass es ohnehin keiner könnte und dann ist es wieder realistisch für alle.
Melanie: Ja, unbedingt.
Karina: Ja, okay. Ja, das macht Sinn.
Jonas: Und was ist mit Computerspielen, die, wo es, ich sag mal, explizit um Behinderung geht? Also es gibt ja diese ganzen Simulatorenreihen von, ja, der Landwirtschaftssimulator, der, nein, und ich hab hier, ich kenne jemanden, der spielt gerne den Kärcher-Simulator.
Raúl: Oh, das ist so wholesome.
Jonas: Ich gucke gerne zum Beispiel bei Instagram Videos von so einem Typen aus England, glaube ich, der moosbedeckte Straßenschilder sauber macht. Und das ist so satisfying, einfach das zu sehen, wie das dann quasi das Schild erstmal nass gemacht wird und dann kommt mit diesem Schrubberbesen wieder nach drüber und du siehst halt diesen Dreck dann runterlaufen, dann wird es nochmal nass gemacht. Also es ist so angenehm, sich das irgendwie anzugucken oder irgendwie eine Person, die auf dem Golfplatz neue Golflöcher reinstanzt und das dann irgendwie, also ich finde es wunderbar, sowas sich irgendwie anzugucken, weil es total entspannt ist und ich glaube, dieses Dinge sauber machen, sauber kärchern als Computerspiel fällt da eben auch rein und wir werden als Organisation, die auch viel Beratungsarbeit macht, ja häufig immer gefragt, dieses Behinderung erfahrbar machen. Also Stichwort Rollstuhlexperimente. Also unsere erste Podcast-Episode, Episode 0, Episode 1, glaube ich, war zum Thema Rollstuhlexperimente. Auch, wie gesagt, nachzuhören bei ARD Sounds. Und wo ich mich frage, es gibt zu jedem Scheiß irgendeinen Simulator, aber von so einem Rollstuhl durch die Stadt, Parcours, Fahrsimulator, habe ich jetzt bislang persönlich noch nichts gehört. Wäre das eine Lösung? Sich auch mal so durch solche Spiele dem Thema Behinderung zu nähern?
Melanie: Tatsächlich gibt es einen Rollstuhl-Simulator.
Jonas: Ach was.
Melanie: Ich habe den nie gespielt.
Jonas: Warum auch?
Melanie: Ich glaube, der ist relativ furchtbar. Also so von der Programmierung her. Sehr buggy und es glitcht an jeder Ecke. Aber es gibt ihn theoretisch.
Jonas: Aber während solche, also unabhängig jetzt von dem Disability Mainstreaming, also Behinderung wie selbstverständlich, auftauchen zu lassen, wäre es auch lobenswert, wenn wir mehr uns auch explizit dem Thema Behinderung in Spielen widmen?
Melanie: Ich glaube nicht. Also nicht in so einer Simulatorform, sondern ich persönlich würde da eher über eine emotionale Ebene gehen und halt den Charakter haben wollen, der einfach innerhalb seiner Story behindert ist. Und dann gehören verschiedene Barriere einfach mit dazu. Keine Ahnung, der muss morgens zur Arbeit und der Aufzug ist kaputt. Und dann ist halt dein erster Task, such eine andere Route, wie du zur Arbeit kommst. Aber eben innerhalb der größeren Story, wo du dein Krankenhaus managst, um auf das Beispiel wieder zurückzukommen.
Raúl: Du kannst GTA nur spielen, wenn du ein Kombi-Auto klaust, weil da der Rollstuhl reinpasst.
Melanie: Ja.
Raúl: Es gibt ja noch diese andere Art von Spielen, das wird mir jetzt in letzter Zeit häufiger zugetragen, wo irgendwelche Game-Designer auf die komische Idee kommen, Computerspiele mit VR zu verbinden, damit behinderte Menschen auch mal auf dem Mount Everest sein können oder auch mal irgendein Erlebnis machen können, so etwas wie Scuba-Diven oder was auch immer. wo ich dann denke, da wird doch das Thema Behinderung eigentlich nur benutzt, um selber ein Spiel zu entwickeln und einen Grund zu haben, warum man VR braucht. Versteht ihr, was ich meine. Dass Behinderung einfach immer dann zum Thema wird, wenn es dem Verkauf, dem Abverkauf eines Produkts gerade dienlich ist, vor allem im Marketing, aber nicht, weil man es wirklich so meint.
Jonas: Ja.
Raúl: Solange ihr geschwiegen habt, könnt ihr das eher auf ein Nein hindeuten.
Jonas: Ich frage mich gerade, ob es nicht dort auch teilweise diese Symbiose aus Technologie, die eigentlich Hilfsmittel ist, die dann aber der großen, breiten Gesellschaft zugetragen wird. Haben wir auch total häufig, wenn wir von Siri und so weiter und Alexa sprechen, das ja quasi einfach Sprachsteuerungssysteme sind, die ja eigentlich auch ein klassisches Hilfsmittel sind für Leute, die in der Mobilität eingeschränkt sind und dann eher quasi über Sprache Sachen steuern und alle anderen Leute, die ja einfach, ich will nicht sagen faul, aber schon irgendwie eher gemütlich sind, sagen okay für uns ist das auch ganz interessant. Also vielleicht ist es auch da dieser punkt henne ei wem wem ist es zuerst zuträglich.
Raúl: Guter Punkt
Melanie: Aber ich würde da jetzt auch gar nicht um… Warum sollten behinderte Menschen die primäre Zielgruppe davon sein mit VR auf den Mount Everest zu gehen? Also auch nicht behinderte Menschen können nicht mal eben den Mount Everest besteigen. Das trifft ja auf super viele Leute zu. Und VR ist auch ein Medium des Gamings, das noch mehr Barrieren hat als das klassische Gaming sowieso schon.
Raúl: Ach, das wollte ich erzählen. Ich habe neulich, als ich in einem Apple-Store war, die Apple Vision Pro ausprobieren wollen. Und er sagte, ja, das dauert normalerweise eine halbe Stunde, so diese Prozedur, bis es eingerichtet ist und die Experience mal ausprobiert zu haben. Und wir haben anderthalb Stunden gebraucht, weil wir eine Stunde benötigt haben, um zu verstehen, dass meine Arme zu kurz sind. Weil du brauchst ja die Hände, um dann in dieser virtuellen Welt navigieren zu können. Und dann sagt der im Eingangsscreen, halte die Hände vor die Kamera. Und meine Arme sind dann zu kurz. Also ich komme nicht vor die Kamera mit meinen Armen. Und wir sind quasi am Startbildschirm hängen geblieben.
Melanie: Es gibt diese Plastikhände. Vielleicht kannst du das damit noch ausprobieren.
Raúl: Genau, die hat es sich machen können, aber die hatte ich leider nicht dabei.
Jonas: Ein anderer Aspekt, der mir auch noch kam, weil mir das jetzt auch in letzter Zeit sehr häufig bei Instagram durch den Feed angezeigt wird, es gibt eine Person, ich werde auch mal ein Video beispielhaft in den Shownotes auf www.die-neuen-norm.de verlinken, der sich Spielewelten anschaut unter Berücksichtigung von DIN-Normen. Oder beziehungsweise es sind dann quasi Kartenwelten. Ich weiß gerade nicht, welches Computerspiel es ist.
Raúl: Cyberpunk, glaube ich.
Jonas: Und es ist dann quasi, die Map soll in Deutschland sein. Und dann sagt er, okay, das soll in Deutschland spielen. Und das sieht auch ein bisschen nach Deutschland aus. und jetzt gucke ich mal, ob quasi hier gewisse DIN-Normen für Geländer, Treppenstufenmarkierungen, Beschilderungen und so weiter eingehalten wurden und ist halt in dieser freien Welt unterwegs und sagt halt, oh, das ist hier, also hier fehlt ein Geländer, das geht so mal nicht und kommt dann halt immer zum Schluss so, ja eigentlich Deutschland kann es nicht sein. Also das funktioniert so nicht. Finde ich in dem Sinne auch unter dem Aspekt von Behinderung, wie selbstverständlich mitdenken, das ist ja manchmal selbst in so einer, selbst in so einer apokalyptischen Shooter-Welt, wo meinetwegen die Stadt komplett schon zerstört ist und es null um das Thema Behinderung geht, dass dort aber in diesem Stadtbild zum Beispiel Behindertenparkplätze sind oder rollstuhlgerechte Toiletten in dem Gebäude oder Rampen angelegt sind. Also quasi, dass dieses Behinderung, also Vorkehrungen für Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung auch quasi in dem Bild des Videospiels einfach ersichtlich ist. Gibt es zum Beispiel bei anderen, ich habe mal eine Zeit lang auch das Rettungsspiel Emergency gespielt, wo du halt dann Szenarien hast, wo von Unfälle bis irgendwo hier Flugzeugabsturz in Berlin oder sowas und du musst dann halt Feuerwehr, Rettungskräfte, Polizei und so weiter an einen Ort bringen und Leute verarzten. Und dort ist halt auch in der Welt, die dort zu sehen ist, sind dann zum Beispiel auf Parkplätzen vor Einkaufsläden sind dann quasi Behindertenparkplätze ganz klar markiert. Es tauchen auch dort natürlich in der Welt keine Menschen auf, die irgendwie eine Behinderung haben. Aber so das ganze Interieur drumherum, da ist es zumindest irgendwie sichtbar. Finde ich dann auch immer in dem Sinne ganz gut, wenn so etwas mitgedacht wird. Nun ist es ja so, dass wir diesen Podcast, wenn der Podcast hier erscheint, gleichzeitig mal wieder die Gamescom in Köln stattfindet. Melanie, ist die Gamescom an sich auch ein Ort, wo das Thema inklusives Gaming oder Gaming für alle einen Platz hat?
Melanie: Ja und nein. Die Gamescom als Veranstalter bemüht sich da immer besser zu werden. Wir hatten letztes Jahr das erste Mal so ein paar Richtlinien und Tipps für die Ausstellenden, wie sie ihre Stände barrierefrei machen können. Die haben sie für dieses Jahr auch nochmal nachgeschärft, gemeinsam mit dem Netzwerk Barrierefreies Gaming, das wir im Rahmen des Inclusive Game Lab gegründet haben. Xbox ist auch immer sehr weit mit dabei, einen möglichst barrierefreien Stand anzubieten mit extra geschultem Personal, das helfen kann, die Spiele einzustellen. Der Adaptive Controller ist vor Ort. Die Tische sind höhenverstellbar. Es gibt da einen Ruheraum und so weiter. Ja, wir von Gaming ohne Genzen haben einen ganz kleinen Stand, wo verschiedene Technologien getestet werden können, aber ansonsten ist da jetzt keine extra Info-Ecke oder Aussteller, die darauf spezialisiert wären oder so.
Raúl: Gibt es irgendetwas, worauf du dich jetzt in den nächsten Monaten oder Jahren besonders freust, was angekündigt ist und vielleicht du gerne auch mal ausprobieren würdest?
Melanie: Natürlich bin ich im Moment gar nicht so uptodate, weil ich nicht so viel Zeit habe im Moment. Also von den aktuellen Ankündigungen, die mir spontan einfallen, wäre jetzt keine dabei, die mich komplett umgehauen hätte und wo ich sagen würde, da freue ich mich ganz besonders drauf.
Jonas: Finden wir denn zu Viert abschließend ein Spiel, wo wir uns mal zusammenschalten könnten oder wo wir sagen, das ist für uns alle möglich, sowohl im Sinne der Barrierefreiheit als auch im Sinne des Interesses. Also kommt ja auch immer darauf an, was macht einem persönlich auch selber Spaß?
Ich weiß nicht, Karina, ob du dich mit Raúls Koch-Ecke anfreunden kannst oder ob du eher sagst, nein, ich möchte meine Wut auf das deutsche Gesundheitssystem weiter ausüben, indem ich quasi mein eigenes Krankenhaus gründe und alle verrecken lasse.
Karina: Ehrlicherweise müsste ich dann ja die Patienten gut betreuen und die Ärzte nicht. Nee, also ich glaube, wir könnten alle an Bord kommen, doch mit irgendwie sowas wie Mario Kart. Ich finde, das geht irgendwie immer als Partyspiel. Was ich voll gern mag, sind so Escape Rooms. Also die gibt es jetzt ja auch in digitaler Version. Die fand ich eigentlich ganz nett, aber nachdem Raúl beim letzten eingeschlafen ist, weiß ich nicht, ob er da mit spielt.
Jonas: Bitte, was?
Raúl: Ich bin eingeschlafen beim Escape Room. Ich brauche Action.
Karina: Also das ist dann schon raus für Raúl.
Raúl: Aber ich hätte einen Vorschlag. Es gibt so lustige YouTube-Videos, wo jemand mit seiner vierjährigen Tochter Red Dead Redemption spielt. Und Red Dead Redemption ist ja so ein superbrutales Spiel, so wie GTA, nur eben auch Pferden von den gleichen Machern. Und die Tochter glaubt halt wirklich, dass das einfach ein Pferdestall ist, eine Pferdekoppel. Und da kannst du halt die Pferde pflegen und füttern und striegeln und mit den Reiten gehen und so. Dass Red Dead Redemption aber eigentlich ein Cowboy-Spiel ist, wo es wirklich heiß hergeht und einfach geschossen wird und so. Die Welt ist so groß, kannst du einfach eine Pferdekoppel betreiben. 24 Stunden lang, ohne dass das Kind merkt, dass es brutal ist. Und diese YouTube-Videos basieren darauf, dass der quasi immer, wenn die Tochter mitspielt, sich um die Pferde kümmert. Und wenn die Tochter gerade aus dem Zimmer geht, dann geht es richtig ab. Und das ist sehr lustig. Und ein anderer Vater, der spielt mit seinem Sohn GTA und er hält sich halt an die Verkehrsregeln in diesem Spiel. Und der hat dann irgendwann nach ein paar Jahren Spielen gedacht, man kann dieses Spiel nicht gewinnen, wenn du dich an die Verkehrsregeln hältst. Also wenn du keine Waffen gebrauchst, wenn du dich immer an die Regeln hältst. Dann geht das Spiel einfach nicht vorwärts. Das heißt, das Spiel animiert dich, brutal zu sein, um vorwärts zu kommen. Und dann bin ich in ein Rabbit Hole gefallen und las auf Reddit, dass es Leute gibt, die auf Red Dead Redemption im Casino pokern. als Beschäftigung. Okay. Die gehen einfach ins Casino, um auf Red Dead Redemption miteinander Poker zu spielen. Nichts mit Pferden, nichts mit Schießerei, einfach nur zum Pokern. Das heißt, wenn jeder von uns andere Interessen hat, dann kümmert sich einer von uns um die Pferde, der andere pokert und ab und zu treffen wir uns halt im Saloon.
Jonas: Ja. Und du hast alle Waffen.
Raúl: Und ich habe alle Waffen. Klingt das nach einem guten Plan für euch?
Karina: Yoah.
Jonas: Okay, ich merke, Begeisterung ist noch nicht so richtig angekommen.
Karina: Nö. Kann ich nicht alle auf eine Runde Backgammon einladen? So ganz nicht digital, sondern so mit so einem Brett.
Jonas: Können wir auch sehr gerne machen, solange du nicht quasi so wie du anfangs gesagt hast, wenn du verlierst.
Karina: Da fliegen schon mal Steine.
Jonas: Ist diese Einladung auf Backgammon damit verbunden, dass wir dich gewinnen lassen müssen?
Karina: Nee, ich bin auch keine gute Gewinnerin.
Raúl: Wie kann man denn schlecht gewinnen?
Karina: Kann man schon, indem man dann der anderen Person sagt, Du Loser. Ne Quatsch, ganz so schlimm bin ich gar nicht mehr. Wir können das ja mal ausprobieren, dann könnt ihr das entscheiden, ob ihr nochmal mit mir spielt.
Jonas: Melanie, dein Lieblingsspiel, wo du sagen würdest, da würdest dich drauf freuen, wenn das quasi rauskommen könnte und für dich in dem Sinne barrierefrei spielbar ist?
Melanie: Ja, also diese ganzen Spiele, die ich auch vorhin schon erwähnt habe, wo man eben schöne Geschichten erlebt. Das kann einfach eine sehr emotionale Geschichte sein, die gar nicht mal unbedingt was Übernatürliches hat, aber es kann auch gerne irgendeine Superheldin-Geschichte sein, auf fremden Planeten und keine Ahnung, mit Superkräften. Da bin ich eigentlich ziemlich offen, Hauptsache, es ist irgendwie interessant und kriegt mich emotional.
Jonas: Ja, aber das ist ja eigentlich auch quasi die Grundlage von irgendwelchen Computerspielen, dieses Zeitvertreiben, eine gute Zeit haben, auf andere Gedanken kommen, in eine Welt abtauchen und so ein bisschen dem Alltag entfliehen. Und das wäre mal total interessant, euch, liebe Hörer*innen, zu fragen, was sind denn eure Computerspiel-Highlights oder vielleicht eben auch Geheimtipps, wo ihr sagen würdet, ey, jetzt haben wir euch so lange zugehört und ihr kommt nicht auf das Spiel, was ihr irgendwie gemeinsam spielen wollt und ihr habt den ultimativen Tipp für uns, dann schreibt uns gerne. Entweder quasi als Kommentar direkt unter diesem Podcast oder unter diesem Post oder auch gerne an [email protected] oder [email protected] Vielen Dank, Melanie, dass du da warst und uns ein bisschen etwas erzählst über barrierefreies Gaming. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und so ein bisschen auch wieder, also es kribbelt, ich muss mal wieder irgendwie was…
Raúl: Man geht jetzt in die Praxis.
Jonas: Echt, ich muss mal wieder was starten. Also deswegen lasst uns gerne bald wieder zusammenschalten für unsere nächste virtuelle LAN-Party. Und bis dahin werden wir bestimmt auch ein neues Spiel für uns alle gefunden haben. Wir werden euch berichten. Deshalb vielen Dank, dass ihr zugehört habt. Vielen Dank, dass ihr dabei wart. Und wir freuen uns, wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder seid. Bis dahin.
Alle: Tschüss. Tschüss.