Schichtwechsel in Berlin-Karlshorst: Begegnung statt Barrieren?

Eine Beschäftigte und die Senatorin stehen in einer Pferdebox und unterhalten sich, die Senatorin mit einer Mistgabel in der Hand.

Ein Aktionstag, der Türen öffnen soll: Senatorin Cansel Kiziltepe besucht das inklusive Pferdesport- und Reittherapiezentrum Karlshorst und erlebt den Alltag von Werkstattbeschäftigten auf ihrem Außenarbeitsplatz. Unsere Redakteurin Carolin Schmidt hat sie begleitet. Zwischen Stallarbeit, Begegnungen und politischen Fragen zeigt sich: Inklusion braucht mehr als Symbolik und die derzeitigen Strukturen festigen immer noch die Trennung von Menschen mit und ohne Behinderung in der Arbeitswelt – aber jeder Schritt bringt Sichtbarkeit.

Armut ist ein Problem (Text in Einfacher Sprache)

Selbstgetöpfertes, rosa Sparschwein auf einem braunen Tisch.

Viele Menschen sind arm.

Menschen mit Behinderungen sind oft noch ärmer.
Sie bekommen wenig Geld für ihre Arbeit.

Sie können kaum für später sparen.

Darum reicht die Rente (Rente = Geld fürs Leben im Alter) oft nicht.
In Werkstätten verdienen sie fast nichts.

Auch andere Jobs bringen oft zu wenig Geld.
Sarah Schank von dem Projekt JOBinklusive sagt:

Das ist kein persönliches Problem.

Das Problem kommt vom System.
Sie fordert: 
Die Politik muss etwas ändern.

Alle Menschen sollen gut leben können – egal ob sie arbeiten oder nicht.

Wenn Behinderung arm macht – und Armut behindert 

Selbstgetöpfertes, rosa Sparschwein auf einem braunen Tisch.

Armut trifft viele – Menschen mit Behinderungen trifft es besonders hart. Schlechtere Löhne, keine Möglichkeiten, eine Altersvorsorge zu schaffen, prekäre Jobs und niedrige Renten machen Teilhabe fast unmöglich. Werkstätten sichern kaum ein Einkommen, Alternativen bleiben oft ebenfalls armutsgefährdet. Sarah Schank von JOBinklusive beschreibt, warum das kein individuelles Schicksal ist, sondern ein strukturelles Problem. Sie fordert politische Lösungen, die ein gutes Leben für alle ermöglichen – unabhängig von Leistungsfähigkeit oder Erwerbsstatus.

Maike Schöfer’s „Nö. Eine Anstiftung zum Neinsagen“ – Eine Rezension

Gewitterwolken im Hintergrund, davor das Buchcover von Maike Schöfer „Nö. Eine Anstiftung zum Neinsagen“. Gelbe Schrift vor einem Engel mit verschränkten Armen.

In „Nö. Eine Anstiftung zum Neinsagen“ zeigt Maike Schöfer, wie aus einem einfachen Nein ein Akt der Selbstbehauptung und des Aufbruchs wird. Rezensentin Sibylle Schwarz hebt hervor, wie die Verbindung von Feminismus, Theologie und persönlichen Erfahrungen eine kraftvolle Stimme gegen Normen schafft, die marginalisierte Menschen ausschließen. Besonders spannend findet sie das intersektionale Denken, das auch die Perspektive von Menschen mit Behinderungen einbezieht – und zeigt, warum ihr Nein oft überhört wird, aber gehört werden muss.

Meine behinderte Zukunft

Zwei Menschen, die einen Rollstuhl nutzen, fahren auf einem geschlungenen Weg, rechts und links ist Parkfläche. Sie halten sich aus etwas Entfernung an den Händen.

Für Menschen mit Behinderungen ist die Zukunft oft prekär. Ein selbstbestimmtes Leben muss angesichts globaler Krisen zunehmend erkämpft werden.
Rebecca Maskos, Professorin für Disability Studies an der Alice Salomon Hochschule, schreibt darüber, wie es mit Behinderung künftig schwieriger sein kann, selbstverständlicher Teil der Gesellschaft zu sein – ohne das eigene Leben rechtfertigen zu müssen.

Hauptfigur Diversität

Buchcover „Hits Different“ zeigt eine Grafik mit einer Person mit Sonnenbrille und langen, blonden Haaren auf einem blauen Sonnentuch, der Strand ist pink, im Hintergrund ist eine Palme und eine andere Person auf einem Schwimmring. Hinter dem Buchcover ist eine graphisch animierte Strandlandschaft mit Himmel.

Wie das Buch „Hits Different“ von der gehörlosen Autorin Tasha Ghouri und der autistischen, nicht-binären Autor*in Lizzie Huxley-Jones mit Diversität und Authentizität überzeugt. Eine Rezension des Liebesromans mit gehörloser Hauptfigur von Melissa Wessel, Chefredakteurin der Deutschen Gehörlosenzeitung.

Der Rollstuhltoiletten Fauxpas

Logo Die Neue Kolumne von Leon Amelung auf grasgrünem Hintergrund

Manchmal lernt man im Leben große Lektionen an unerwarteten Orten. Zum Beispiel – auf der Toilette. Was als kurzer Besuch in der Stadtbibliothek Hannover begann, wurde für unseren Kolumnisten Leon Amelung eine unbequeme Erinnerung daran, dass auch er ableistische Denkmuster verinnerlicht hat. Barrierefreiheit beginnt hier nicht bei Rampen, sondern im Kopf – und mit einem offenen Gespräch. Ableismus zu verlernen, ist ein Prozess. Fehler gehören dazu. Entscheidend ist, was wir daraus machen.

Weiblich & behindert – die ewigen Karriereunderdogs?

Logo Die Neue Kolumne von Svenja Hartmann auf lindgrünem Hintergrund

Eine Karriere zwischen Stärke, Klischees und gesellschaftlichen Barrieren. Mit 32 Jahren steht unsere Kolumnistin Svenja Hartmann da, wo viele nie gedacht hätten, dass sie stehen würde – als Frau, mit sichtbarer Behinderung, aus einem nicht-akademischen Elternhaus. Ein persönlicher Einblick in eine akademische Laufbahn und darüber, was es für sie bedeutet, ihren Weg zu gehen, sichtbar zu sein und sich Gehör zu verschaffen.

Wer hilft, wenn niemand helfen will? – Vielfalt und Intersektionalität in der Beratungsarbeit

Zwei weiblich gelesene Personen sitzen an einem runden Tisch, die zur Betrachterin gewandte ist asiatisch gelesen, die vordere Person sitzt mit dem Rücken zur betrachtenden Person und trägt Afro-Haare. Beide unterhalten sich angeregt.

Behinderte Menschen haben oft schlechte Chancen, psychologische Hilfe zu bekommen. Dabei gibt es eine Reihe von Bedingungen, die ihre Lebenssituation besonders schwierig und Psychotherapie wichtig machen können. Diplom-Psychologin Kassandra Ruhm gibt in ihrem Artikel Hilfestellungen für Berater*innen und Therapeut*innen. Sowohl für die Arbeit mit behinderten Menschen, als auch für die Arbeit mit queeren Menschen, Menschen mit unterschiedlichen Vielfaltsmerkmalen oder Menschen, die Minderheiten angehören.