#76 Werkstätten für behinderte Menschen (Teil 1)

Wolfgang, ein weißer Mann mit grauen lockigen Haaren, sitzt an einem Tisch und schaut zu einer Arbeitskollegin, die im Elektrorollstuhl sitzt.
Kündigte in einer Werkstatt für behinderte Menschen und arbeitet nun bei den Sozialheld*innen: Wolfgang Raczkowsky. Foto: Andi Weiland | Gesellschaftsbilder.de
Lesezeit ca. < 1 Minute

In dieser Folge unseres Bayern 2 Podcasts sprechen Jonas Karpa, Karina Sturm und Raúl Krauthausen über Werkstätten für behinderte Menschen – und darüber, warum dieses System dringend grundlegend verändert werden muss. Zu Gast ist Wolfgang Raczkowsky, ein Kollege bei den Sozialheld*innen, der über 30 Jahre in einer Werkstatt gearbeitet hat und erzählt, wie er dorthin kam, welche Arbeit er dort gemacht hat, wie wenig Geld er verdiente und warum er während der Corona-Zeit schließlich kündigte. 

Alle Folgen des Podcasts zum Nachhören:

Das Transkript zur Podcastfolge “Werkstätten für behinderte Menschen (Teil 1)”

Wir sprechen über fehlende Alternativen, blockierte Berufswünsche, geringe Löhne, mangelnde Wahlmöglichkeiten und die Frage, warum der Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt so selten – nämlich bei weniger als einem Prozent aller Menschen in Werkstätten – gelingt. 

Außerdem ordnen sie zentrale Kritikpunkte ein: die niedrige Übergangsquote, die Debatte um Mindestlohn, die Klage von Jürgen Linnemann mit Unterstützung der Gesellschaft für Freiheitsrechte, der Redaktion des ZDF Magazin Royale und Sozialhelden e.V. sowie die Frage, wer eigentlich von Werkstattarbeit profitiert. In der nächsten Folge schauen wir noch genauer auf das System Werkstätten, seine Strukturen, seine Rechtfertigungen und seine Probleme.

Ein Mann hobelt Holz

#22 Arbeitsmarkt

Die Behinderung bei der Bewerbung angeben, oder nicht? Welche Rechte haben Arbeitnehmer*innen mit Behinderung? Und wer zahlt Umbaumaßnahmen am Arbeitsplatz, wenn sie notwendig sind? Diese und viele andere Fragen klären wir in der heutigen Podcastfolge.

Weiterlesen »

Das waren starke Zeilen? Dann gerne teilen!

Ein Kommentar

  1. Sehr geehrter Herr Karpa,
    Sehr geehrter Herr Krauthausen,
    Sehr geehrte Frau Sturm,
    Ich möchte Sie auf einen sachlichen Fehler in Ihrem Podcast »Werkstätten für behinderte Menschen (Teil 1)« aufmerksam machen.
    Am Anfang des Podcast sagte Frau Sturm: »Die [Werkstätten] sind eigentlich dazu da, Menschen mit Behinderung zu qualifizieren für den allgemeinen Arbeitsmarkt bzw. Teilhabe zu ermöglichen. Trotzdem ist aber die Übergangsquote aus Werkstätten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als ein Prozent. Also die genaue Quote schwankt, aber es ist irgendwo zwischen 0,3 und einem Prozent.«
    Die Berechnung dieser Quote mag rechnerisch richtig sein. Sie ist aber sachlich falsch. Im Podcast machen Sie keine Angabe zur Berechnung. Tatsächlich gibt es keine repräsentativen statistischen Daten zu den Verläufen: von der Aufnahme in eine Werkstatt bis zum Übertritt in ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis. Üblicherweise werden solche »Quoten« aus zwei Werten (Zähler und Nenner) berechnet, die bei den zitierten Quoten wohl nichts miteinander zu tun haben. Als Zähler werden nämlich die jährlichen Vermittlungen eingesetzt. Der Nenner ist üblicherweise die Belegung der Werkstätten, die über fünf Jahrzehnte gewachsen ist.
    Mein Vorschlag für eine Annäherung an eine Verlaufsquote wäre: die jährlichen Aufnahmen mit den jährlichen Vermittlungen in Bezug zu setzen. Die Daten, die für Hessen vorliegen, ermöglichen eine Schätzung, die in den letzten Jahren schon Werte über fünf Prozent ergibt. Das ist immer noch wenig. Man sollte aber auch nicht unterschätzen, dass für jede erfolgreiche »Vermittlung« ein Vielfaches an Praktika organisiert werden, die in keiner Statistik erscheinen.
    Zur Begründung meiner Schätzung siehe: https://www.denksaal.de/handicap/fachartikel/Saal_2024_Vermittlungsquoten.htm

    Hochachtungsvoll
    Reinhard Saal, Dipl. Soz.

    Dieburger Werkstätten / Nieder Ramstädter Diakonie
    Leitung und Entwicklung des „Dieburger Modells“ (1996 – 2011)
    Fachdienst für berufliche Integration – im Ruhestand

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert