Über die realen Barrieren des Alltags

Screenshot aus der Sendung mdr Selbstbestimmt. Raul steht mit seinem Rollstuhl draussen, trägt eine graue Mütze, eine Brille und ein gelb-grau Karriertes Hemd.
Foto: Screenshot mdr Selbstbestimmt
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“Wir müssen die Barrieren in dien Köpfen abbauen!” – so lautet eine Aussage, die oft gesagt wird, wenn es um die Umsetzung von Inklusion, Barrierefreiheit und die Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft geht. Was dabei aber vergessen wird: die Barrieren, denen Menschen mit Behinderung tagtäglich begegnen.

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Eine Antwort

  1. In Hannover haben wir eine 2015 erbaute VHS, deren Rollstuhl-gerechten WCs ausgerechnet im Kellergeschoss untergebracht sind. Wie soll man mit Rollstuhl bei einem Gebäudebrand heil herauskommen, wenn genau dann die Fahrstühle außer Betrieb sind?

    Als ich als junge Mutter mit einem Kinderwagen und einer Kinderkarre in den 1980er Jahren unterwegs war, wurde mir erstmals der Hindernisparcours bewusst, dem Menschen mit Rollstuhl täglich ausgesetzt sind. Heute als Rentnerin mit Fibromyalgie gerate ich fast in Panik, wenn in den U-Bahn-Stationen die Fahrstühle und Rolltreppen außer Betrieb sind, weil die kommunalen Betreiber mit der Wartung und Reparatur wieder einmal in Verzug geraten sind.

    Die allergrößte Barriere besteht m. E. in dieser Gesellschaft darin, dass selbst kleinste Abweichungen eines Menschen von einer imaginierten Norm, seien sie kognitiver, psychischer oder physischer Natur, fast automatisch zu einer Verbannung aus alltäglichen Lebenszusammenhängen führen. Da sitzt die eigentliche Intoleranz heutiger Industriegesellschaften und sie setzt sich fort bei künstlich aufgeblähten ‘Problemen’ wie Kopftuch und Religion.

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