Wörterbuch für die Hosentasche: Die EiS-App

Screenshot aus der EiS-App: Das Symbol für Eis, das Wort, ein Kind das die Gebärde macht und zwei Schaltflächen.
Es steckt auch Eis in der EiS-App. Foto: Wörterfabrik für Unterstützte Kommunikation
Lesezeit ca. 11 Minuten

Symbole, Gebärden, Lautsprache: Auf unterschiedliche Weise kann man in der EiS-App Wörter und somit Sprache lernen. Gründerin Anke Schöttler erzählt im Interview mit Jonas Karpa, wie die Idee zur App entstand und welche Herausforderungen es bei der Entwicklung gab. 

Informationen in Einfacher Sprache

In diesem Text geht es um die EiS-App. Das ist eine App. Mit der App kann man Wörter lernen. Die Wörter kommen in Lautsprache, Gebärdensprache und als Symbol vor. Die App ist für Kinder. Anke Schöttler hatte die Idee für die App. Sie erzählt, wer die App nutzen kann und wie sie funktioniert.

Die Neue Norm: Ist die EiS-App eigentlich auch etwas für den Winter, oder funktioniert sie nur in den warmen Sommermonaten?

Anke Schöttler: (lacht) In der EiS-App gibt es sowohl den Begriff „kalt“ als auch „heiß“. Somit wird einem damit dann auch im Winter warm. Den Begriff stellt die EiS-App dann durch vier Module dar: einem METACOM-Symbol, dem geschriebenen Wort, einem Audio und einem Video der Gebärde. Wir wollen zeigen, dass Kommunikation mehr als Lautsprache ist und den Nutzenden die Möglichkeit geben, einander zu verstehen, egal ob Sie hören, lesen, schreiben oder (laut)sprechen können.

Eine Übersicht mit mehreren Symbolen der Eis App.
Ein Blick auf einige Begriffe der EiS-App. Foto: Wörterfabrik für Unterstützte Kommunikation

Du sprichst es ja schon richtigerweise an: es geht um Sprache und Kommunikation. Warum aber „Eis“ und wie kam dir die Idee dazu?

„EiS -App“ steht für „Eine inklusive Sprachlern App”. Die Idee dazu ist aus meiner persönlichen familiären Not geboren: eigentlich war ich nur auf der Suche nach solch einer App für die Kommunikation mit meinem Sohn. Lasse hat das Down-Syndrom.

Porträt von Anke Schöttler. Sie trägt einen hellen Pullover, eine dunkle Brille, hat braune schulterlange Haare und schaut in die Kamera.

Anke Schöttler

Anke Schöttler ist die Gründerin der Wörterfabrik für Unterstützte Kommunikation. In einem interdisziplinären Team entwickelt sie Eine inklusive Sprachlern-App, die EiS-App. Sie lebt in Hamburg. Die Idee zur App ist aus den sprachlichen Barrieren entstanden, die sie täglich im Alltag mit ihrem Sohn erlebt. Bevor sie zur App-Entwicklerin wurde, hat sie als Projektmanagerin bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gearbeitet.

Wie lief denn die Kommunikation bislang?

Lasse spricht sehr viel, allerdings verstehen Außenstehende ihn nur schwer. Auch ich verstehe nur ca. 60 Prozent. Das schmerzt immer wieder, weil er einen wirklich guten Humor hat und coole Geschichten erzählt. Häufig verstehe ich die Pointe erst nach der fünfzigsten Wiederholung. Das frustriert uns beide.

Im Alltag helfen uns vor allem Gebärden, mit denen wir unsere Lautsprache unterstützen.
Lasse nutzt auch einen Talker. Momentan allerdings eher für Quatschsätze, weil ihm der Klang gefällt: “Ich habe Appetit auf Bonbons, Bretzel, Chips, Popcorn, Popcorn, Popcorn”. Er möchte übrigens Beatboxer werden.
Die MetaTalk-App, die er zur Kommunikation auf dem Talker nutzt, arbeitet mit METACOM-Symbolen. Wenn man das Symbol anklickt, sagt eine synthetische Stimme das Wort, das das Symbol bezeichnet.

Was sind METACOM Symbole?

METACOM ist ein speziell für Unterstützte Kommunikation gestaltetes Symbolsystem von Annette Kitzinger. Sie ist Grafikerin. Mit METACOM Symbolen kommunizieren Menschen aller Altersgruppen. Sie werden in Kitas und Schulen ebenso eingesetzt wie in Werkstätten und anderen Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderung.
Weiterführende Infos zum Thema Unterstützte Kommunikation und regionale Ansprechpartner*innen gibt es bei der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation.

Auf welche Schule ist er gegangen?

Als die Idee zur EiS-App entstanden ist, war Lasse auf einer inklusiven Grundschule. Die anderen Kinder wollten ihn verstehen, standen aber vor der gleichen Kommunikationsbarriere. Da hat die Sonderpädagogin angefangen mit allen Kindern in der Klasse einen Grundwortschatz an Gebärden zu lernen. Das kam gut an.
Lasse hat gemerkt: wenn ich meine Lautsprache mit Gebärden unterstütze, verstehen die anderen mich besser. Und die Klassenkamerad*innen fanden es toll, weil es für sie eine Art Geheimsprache war. Sie waren mit Gebärden vorher noch nicht in Berührung gekommen und total motiviert sie zu lernen. Man hat gemerkt, wie sich die Kommunikation in diesem kleinen „Ökosystem Klasse“ wesentlich verbessert hat und eine Barriere gebrochen wurde.

Aber warum dann die EiS-App?

Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer App, die auch uns als Familie samt Oma, Opa und dem besten Freund beim gemeinsamen Gebärdenlernen mit Lasse unterstützt. Leider durften wir ja nicht in der Klasse sitzen und die Gebärden, die Lasse in der Schule gelernt hat, mitlernen.
Es sollte eine App sein, die auch Kinder mit kognitiven Einschränkungen selbstständig bedienen können. Sie sollte METACOM-Symbole zur Orientierung anbieten, damit man navigieren kann ohne lesen und schreiben zu können. Außerdem das geschriebene und gesprochene Wort sowie ein Gebärdenvideo. 

Ich konnte keine adäquate App finden und habe mir gesagt: Okay, dann muss ich es wohl selbst machen. 

So eine App schüttelt man aber nicht „mal eben“ aus dem Ärmel.

Das stimmt! Gerade in den nach Außen simpel anmutenden Dingen steckt viel Arbeit, Zeit und immer wieder mit der Zielgruppe testen und neue Wege ausprobieren. 

Was ist ein “Hackathon”?

Ein Hackathon ist in der IT-Entwicklung ein gängiges Vorgehen um Lösungen zu entwickeln. Bei dem Format kommen Menschen zusammen, die ihre Expertise z.B. in Software-Entwicklung, Design, Marketing oder Projektmanagement einbringen wollen. Und solche, die eine Idee haben, die das gestellte Thema voran bringt.

Die Geburtsstunde der EiS-App war ein „Hackathon“ zum Thema „Zukunft der Bildung“, den die ZEIT im April 2017 hier in Hamburg organisiert hat. Ich war damals noch bei der Deutschen Presse-Agentur im Projektmanagement tätig. Eine Kollegin hat mich darauf gestoßen: „Anke, Butter bei die Fische! Du musst da hingehen – alleine kannst du die App nicht entwickeln!“
Ich habe also all meinen Mut zusammengenommen und in einer Minute erklärt, was meine Idee ist. Dort habe ich tatsächlich das großartige Team gefunden, mit dem wir nach wie vor gemeinsam am EiS-Projekt arbeiten.

Wie findet man denn so schnell die passenden Teammitglieder auf so einer Veranstaltung?

Ich hatte wirklich großes Glück. Entwickler sind auf Hackathons die begehrteste Ressource. Ich konnte sogar gleich zwei von meiner Idee überzeugen: Marcus, der in Bielefeld eine Software Agentur hat, in der er tagtäglich Apps und E-Shops entwickelt. Und Ron, den Leiter der Backend-Entwicklung von ZEIT Online.
Die Pädagogin im Team ist Luisa. Sie ist Grundschullehrerin in NRW. Marcus hatte sie zur Teilnahme überredet: „Das ist doch dein Thema. Wenn dich keine der Ideen interessiert, kannst du dir ja drei schöne Tage in Hamburg machen.“
Luisa stand dann vor mir und meinte: „Tja, ich dachte, ich gucke mir die Stadt an, aber ich glaube, ich muss arbeiten! Diese App wäre für mich auch eine große Hilfe.“
In ihrer Grundschulklasse waren viele geflüchtete Kinder mit ganz unterschiedlichen Muttersprachen zusammenkommen.
Die fünfte im Bunde ist Saskia. Sie arbeitet im Bereich Hochschulmarketing bei ZEIT MEDIA und hat ein gutes Gespür für Projektmanagement und -organisation.

Das Team der EiS-App, kurz nach dem Gewinn des ZEIT-Hackathons: Marcus, Luisa, Anke, Saskia, Ron (v.l.n.r.) Foto: ZEIT-Verlag

Wie lange dauerte es dann vor der Idee bis zum ersten Ergebnis?

Einen Prototypen hatten wir bereits am Wochenende des Hackathons. Der hat die Jury so überzeugt, dass sie uns mit dem Preis: „Best Over All“ geehrt hat. 

Und wie ging es dann nach dem Hackathon weiter?

Durch den Bericht über den Hackathon im Hamburg-Newsletter der ZEIT kam eine große Kita-Vereinigung aus Hamburg auf uns zu und meinte: Die App hätten wir gerne.

Aber noch hattet ihr nichts Fertiges in der Hand.

Genau. (lacht) Ich konnte nur sagen: „Die EiS-App ist gerade mal vier Tage alt. Es gibt sie noch nicht wirklich. Aber die Idee ist da.“ Daraus ist sehr spontan eine Kooperation entstanden und wir konnten den Prototyp mit Kita-Kindern in unterschiedlichen Gruppen mit sehr unterschiedlichem Sprachverständnissen und Sprachvermögen testen.

In den Kitas hatten sie zunächst Fotos benutzt, auf denen Kinder die Gebärden machen. Die Bewegungen wurden darauf durch Richtungspfeile angezeigt. Mit diesen Bildern haben sie allerdings die gleichen Erfahrungen gemacht, wie ich mit meinem Sohn: wenn er die Gebärde noch nicht kennt, dann hilft ihm die Codierung durch Richtungspfeile nicht. Es ist keine eindeutige Handlungsanleitung für ihn.

Also ein Indiz dafür, das Videos besser Gebärden vermitteln können?

Ja genau. Die Kita-Vereinigung hatte bereits begonnen Gebärdenvideos mit einer Muttersprachlerin aufzunehmen. Das Ganze wurde von der Universität Hamburg begleitet und evaluiert. Sie haben uns kurzerhand den Wortschatz, den sie schon evaluiert hatten, zur Verfügung gestellt. Außerdem durften wir ihre Videos nutzen, um den EiS-App-Prototyp zu testen.

Mittlerweile haben wir unseren eigenen Pool an Gebärdendarsteller*innen aufgebaut. Es war uns wichtig, dass Kinder die Gebärden ausführen und dass jede*r mitmachen kann. Es sind also Kinder mit und ohne Behinderungen dabei.

Und auf welchen Wortschatz stützt sich die EiS-App mittlerweile?

Es gibt an der Universität Köln einen Fachbereich für Unterstützte Kommunikation. Sie haben den Sprachgebrauch von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen untersucht. Die Wissenschaftler*innen haben erforscht, welche Wörter in der Alltagskommunikation besonders wichtig sind.
Es hat sich gezeigt, dass relativ wenig Wörter sehr häufig gebraucht werden. Nur ca. 200 Wörter machen 80 Prozent des Gesprochenen aus. Die am häufigsten gebrauchten Wörter werden als Kernvokabular bezeichnet.

Danach haben wir uns zunächst für den EiS-App-Wortschatz gerichtet. Mit dabei sind auch so kleine Wörter wie: „nochmal“, „jetzt“ und „nicht“. Der Kernwortschatz ist mittlerweile in der EiS-App abgedeckt. Jetzt machen wir uns an die Kür und richten uns dabei nach den Wünschen unserer Nutzenden.
Bei der Gebärdenauswahl lehnen wir uns an das „Große Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache“ aus dem Verlag Karin Kestner an. Diese Auswahl ist verbreiteter Konsens in Kitas und Schulen, die Gebärden in der Unterstützten Kommunikation nutzen.

Ihr habt bei der Produktion der Videos bewusst auf Kinder als Darsteller*innen gesetzt. Warum?

Bei den meisten Gebärden-Lern-Apps sind Erwachsene die Darsteller*innen. Wenn ich mir den Alltag von meinem Sohn anschaue, hat er überproportional viele Situationen, in denen Erwachsene das Lernvorbild sind. Es fehlen Situationen, in denen er von und mit seiner Peergroup lernen kann. Deshalb war es mir wichtig, dass es Kinder sind.

Das „i“ in „EiS“ steht für „Eine inklusive Sprachlern-App“. Leider muss man Inklusion ja immer noch betonen und es ist nicht selbstverständlich dass alle dabei sind.
Uns ist das „i“ sehr wichtig und deshalb sind die Gebärdendarsteller*innen in der EiS-App Kinder mit und ohne Behinderungen. Wir wollen zeigen, dass jedes Kind mitmachen und ein Lernvorbild sein kann. So entwickeln wir die EiS-App gemeinsam mit unserer Zielgruppe.

Rückmeldungen aus Kitas, Schulen und therapeutischen Praxen, in denen die EiS-App bereits im Einsatz ist, bestätigen den Aufforderungscharakter der App. Sie berichten oft, dass ein Kind, mit einer ähnlichen Behinderung wie eine*r der Gebärdendarsteller*innen aus der EiS-App, sich mit dieser/m identifiziert und besonders motiviert ist, die Gebärden zu imitieren.

Das freut mich riesig. Genau das ist das Ziel. Wir wollen den Nutzer*innen zeigen: du kannst das auch und du bist dabei!

War die Inklusion auch bei der Produktion unter den Kindern zu spüren?

Ja. Unsere Gebärdendarsteller*innen erleben selbst, wie sie sich mit wachsendem Gebärden-Wortschatz untereinander immer besser verstehen. Begegnungen bauen Barrieren ab – das zeigt sich hier direkt.
Deshalb sind die Dreh-Wochenenden mit den Kindern auch das Ereignis im Projekt, dass uns als EiS-Team am meisten Spaß macht. Das Darsteller*innen-Team wächst beständig. Besonders freut mich, dass wir auch Muttersprachler*innen mit an Bord haben. Beim nächsten Dreh planen wir einen Workshop mit allen Darsteller*innen, in dem sie ihren Gebärdenwortschatz anwenden können. Wir scharren schon mit den Hufen, wann der nächste Drehtermin stattfinden kann. Corona hat uns in der letzten Zeit sehr viele Striche durch die Rechnung gemacht.

Wie kann man sich so einen Dreh vorstellen?

Bei der Produktion unterstützt uns die MOTTE, ein Stadtteil- und Kulturzentrum aus Hamburg. Im Rahmen ihres Projekts “Geschichten stärken” dürfen wir das Film- und Tonstudio nutzen und die Expertise der Profis hinter der Kamera und am Mischpult.
Eine Gebärdensprachdolmetscherin erarbeitet die einzelnen Gebärden mit den Kindern. Beim Dreh steht sie neben der Kamera und coacht die Darsteller*innen.
Die Wörter werden zusätzlich von einem Kind im Tonstudio eingesprochen, um ein authentisches Sprachvorbild zu geben.

Beim letzten Dreh ist dann spontan diese Spielanleitung zu “Mein rechter, rechter Platz ist frei” entstanden. 

Ein Kind steht mit einer Frau vor einem Greenscreen und übt Gebärden.
Blick hinter die Kulissen: Gebärden-Coaching und Dreharbeiten für die EiS-App im Filmstudio der MOTTE. Foto: Susanne Tod
Zwei Menschen stehten hinter einer Kamera und schauen auf einen Monitor.

Du sprichst das Thema Inklusion an. Wie barrierefrei ist die App? Und: ist sie vielleicht dann auch für eine größere Zielgruppe zugänglich?

Dass die EiS-App sich sehr gut zur Lese- und Sprachförderung eignet, hat uns das Prüfgremium der Stiftung Lesen gerade bestätigt. Sie haben die App mit 5 von 5 Sternen ausgezeichnet und in die Liste LesenMitApp aufgenommen.

Natürlich hatte ich die Hoffnung, dass die EiS-App nicht nur uns als Familie und Lasses Lern- und Freizeit-Begleiter*innen hilft. Ich wusste dass Gebärden für viele Kinder mit Down-Syndrom eine Kommunikations-Unterstützung sind.
Die ersten Interessenten, die auf uns zukamen, waren Therapeut*innen und Lehrer*innen, die mit Kindern und Jugendlichen mit Autismus arbeiten. Schnell wurde auch klar, dass die EiS-App eine Unterstützung für Kinder ist, die Deutsch als Zweitsprache lernen.
Obwohl die EiS-App nicht geeignet ist die Deutsche Gebärdensprache zu lernen – wir bilden schließlich nur einzelne Begriffe ab – gab es Interesse von Lernbegleiter*innen die mit gehörlosen Kindern arbeiten. Als Einstieg in einen Grundwortschatz ist EiS also auch hier eine Hilfe. Besonders gerührt hat mich die Anfrage eines 70-jährigen Busfahrers: “Ich fahre jeden Tag gehörlose Kinder zu ihrer Schule. Es wäre schön, wenn ich mich mit ihnen unterhalten kann.”
Und vielleicht bekommen die Nutzenden ja Lust, weiter einzusteigen in die Deutsche Gebärdensprache. Das macht man dann am besten zusammen mit DGS-Muttersprachler*innen. Infos dazu gibt es beim Deutschen Gehörlosen Bund.

Plant ihr Erweiterungen?

Im Moment ist die EiS-App ein Wörterbuch für die Hosentasche. Wir wollen noch Spielideen integrieren wie Memory oder Quiz, damit die Kinder das Gelernte mit Spaß anwenden können. Die Wunschliste der Erwachsenen Nutzer*innen ist lang: Favoriten, Kategorien, Arbeitsblätter, …
Dabei ist es immer eine Herausforderung, dass die EiS-App so einfach und barrierearm in der Bedienung bleibt, wie sie ist. Denn schließlich soll jedes Kind die App selbstständig und ohne Unterstützung bedienen können.

Im Januar 2022 starten wir außerdem mit einer Einladung in die EiS-Diele. Hier wollen wir einen Raum für Austausch und Begegnungen schaffen. Dazu laden wir regelmäßig eine*n Expert*in zu einem Online-Meeting ein. Es soll um Themen wie Inklusion, Gebärden lernen, Unterstützte Kommunikation in Kita, Schule, Familie und Freizeit gehen und die Gelegenheit zum Netzwerken bieten.

Nun ist die App auf dem Markt. Wie läuft es mit der Verbreitung?

Ja, man findet die EiS-App in den App-Stores: für Android-Geräte und Apple-Geräte.
Kostenfrei stehen 10 Begriffe zur Verfügung. So kann man sehen, wie die App aufgebaut ist und einschätzen, ob sie die gewünschte Unterstützung für das Kind oder die Lerngruppe ist, in der sie eingesetzt werden soll.

Um den gesamten Wortschatz zu nutzen, bieten wir ein Abo-Modell an. Dabei haben wir sowohl die Einzel- als auch die Familien-Nutzung bedacht. Für Institutionen gibt es ein Lizenzmodell.

Nach initialem Download stehen die Inhalte der EiS-App offline zur Verfügung. Dass das unabdingbar ist, haben wir schnell gemerkt. Den Prototyp hatten wir zunächst als Web-App programmiert, aber nicht jeder Kita-Raum und jedes Klassenzimmer hat WLAN.

Die meisten Apps im Bereich der Unterstützten Kommunikation werden nur für IOS entwickelt. Android-Geräte sind in der Nutzung aber wesentlich verbreiteter da sie kostengünstiger sind. Wir wollen niemanden von der Nutzung ausschließen, deshalb gibt es EiS für Android und IOS.

Wo benötigt ihr aktuell noch Hilfe bzw. Förderung?

Wem die EiS-App gefällt, der*die darf das gern weitersagen! Es weiß nämlich noch nicht jede*r, dem die App eine Hilfe sein könnte, dass es EiS gibt.

Außerdem freuen wir uns immer über Feedback von den Nutzenden. Wir wollen wissen, wie wir die App noch besser machen können und sie anhand ihrer Anforderungen weiterentwickeln.

Wir sind immer auf der Suche nach Wissenschaflter*innen die das Projekt begleiten oder  Entwickler*innen die sich mit Universal Design auskennen und Lust haben, uns zu unterstützen.Bisher läuft die gesamte App-Entwicklung ehrenamtlich. Dementsprechend ist die Weiterentwicklungs-Geschwindigkeit auch geringer, als stünde eine große Institution oder Firma dahinter. Die Preisgelder der drei Auszeichnungen, die wir bereits für die EiS-App erhalten haben, sind längst aufgebraucht.

Die EiS-App wurde ausgezeichnet

  • Best Over All, ZEIT-Hackathon zum Thema “Zukunft der Bildung (2017)
  • Senator-Neumann-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg für besondere Verdienste um eine inklusive Gesellschaft (2018)
  • 1. Platz, Digital Imagination Challenge von Sozialhelden, Impact Hub Berlin und Unitymedia (2018)

Es mangelt an Finanzierung und wir würden uns über finanzielle Unterstützung freuen.

Um noch einmal auf Eis zurück zu kommen, die wichtigste Frage: Waffel oder Becher?

(lacht) Ich persönlich: Waffel. Lasse immer: Becher.

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