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Auf den Seiten 18 und 19 findet Ihr unser Glossar zu Begriffen zu Behinderung in Inklusion.

Gloss-Ahh!

MmB

Abkürzung für Menschen mit Behinderung. 

UN-BRK

Abkürzung für die UN-Behindertenrechtskonvention. Diese ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der von 185 Staaten und der EU abgeschlossen wurde und 2008 in Kraft trat. Er sichert Chancengleichheit und Nichtdiskriminierung für MmB zu und stärkt Grundrechte auf Bildung, Arbeit, Mobilität, Gesundheitsversorgung, Selbstbestimmung, politische Rechte uvm. 

Disability Mainstreaming

Bezeichnet die Forderung, Perspektiven behinderter Menschen auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen zu integrieren. Ziel ist Gleichstellung, Teilhabe und Chancengleichheit für behinderte Menschen im Sinne der UN-BRK. 

Cripping-Up

Bezeichnet den Vorgang, wenn nicht-behinderte Schauspieler*innen Charaktere mit Behinderung in Film und Fernsehen verkörpern. Eine verbreitete Praxis, die dafür sorgt, dass behinderte Schauspieler*innen selbst auf Rollen mit Behinderung nicht besetzt werden und damit auch keine authentische Repräsentanz von Behinderung stattfindet. Cripping-Up ist vergleichbar mit der rassistischen Praxis des „blackfacing“, bei der weiße Schauspieler*innen die Rolle von Schwarzen übernehmen.

Crip-Tax / Crip-Cost

Eine Behinderung hat viele versteckte Kosten. Zum Beispiel müssen für den Alltag notwendige Hilfsmittel oder Mobilitätsangebote oft selbst und überteuert bezahlt werden. Dies stellt eine finanzielle Zusatzbelastung für behinderte Menschen dar, die von Betroffenen wie eine Steuer auf das Behindertsein empfunden wird. 

Crip-Time

Neben Geld kostet eine Behinderung auch viel Zeit. Nicht nur wegen der Behinderung an sich (z.B. weil man länger zum Anziehen braucht), sondern vor allem auch wegen bürokratischer, gesellschaftlicher und räumlicher Barrieren, deren Überwindung viel Zeit in Anspruch nimmt. 

Curb-Cut-Effekt

Wörtlich übersetzt geht es hier um den Abgesenkter-Bordstein-Effekt. Damit wird das Phänomen bezeichnet, dass von behindertenfreundlichen Anpassungen, auch nicht-behinderte Menschen profitieren. Z.B. ist der abgesenkte Bordstein, eine Rampe oder ein Aufzug auch für Menschen ohne Gehbehinderung praktisch, z.B. wenn sie eine. Kinderwagen schieben. Untertitel werden auch von hörenden Menschen genutzt. 

Ableismus

Ist eine Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, die sich auf Menschen mit Behinderungen bezieht. Behinderte Menschen werden dabei aufgrund ihre Behinderung und damit einhergehenden Vorstellungen darüber, was sie können oder nicht können, abgewertet. Abgeleitet ist das Wort von dem englischen Begriff “able” => fähig.

Löffel-Theorie / Spoon-Theroy

Ist ein Gedankenexperiment, um die begrenzten Energieressourcen von behinderten oder chronisch kranken Menschen zu veranschaulichen. Ein Löffel steht hierbei stellvertretend für Energie. Die Annahme ist, dass allen Menschen die gleiche Anzahl an Löffel zur Verfügung steht, um Dinge zu tun (z.B. aufstehen, arbeiten, Essen zubereiten, Freund*innen treffen). Allerdings benötigen Menschen mit Behinderungen schon für ganz alltägliche Dinge mehr Löffel, weil es sie mehr Kraft kostet, als Menschen ohne Behinderungen. Wenn die Löffel eines Tages aufgebraucht sind, kann man sich zwar welche vom Folgetag leihen. Doch dort fehlen sie dann. So wird deutlich, dass behinderte Menschen im Vergleich zu nicht-behinderten Menschen schneller erschöpft sind. 

WfbM

Abkürzung für Werkstatt für behinderte Menschen. Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderung arbeiten, um auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereitet zu werden. Diese Werkstätten sind jedoch umstritten. Gründe dafür sind u.a. die niedrige Vermittlungsquote auf den ersten Arbeitsmarkt (weniger als 1% pro Jahr), sowie teils schlechte Arbeitsbedingungen und die sehr geringe Bezahlung, die weit unter dem Mindestlohn liegt. 

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