Inklusiver Arbeitsmarkt: “Es gibt eine große Lücke im System”

ein mann schweißt an einem stuhl, es schlagen funken, ein anderer steht daneben.
Es gibt noch viel zu tun, um einen inklusiven Arbeitsmarkt zu erreichen. Foto: Andi Weiland
Lesezeit ca. 8 Minuten

Was muss getan werden, damit der Arbeitsmarkt endlich inklusiv wird? Anlässlich der Veröffentlichung einer Umfrage von JOBinklusive gibt die Referentin Anne Gersdorff darauf Antworten im Gespräch mit Judyta Smykowski.

Die Neue Norm:  In eurer Umfrage von JOBinklusive unter Menschen mit Behinderung kam heraus, dass Ämter und Behörden bei der Jobsuche als weniger hilfreich angesehen werden. In den häufig gestellten Fragen rund um Behinderung und Arbeit habt ihr verschiedene Stellen gesammelt, an die man sich bei Jobsuche und Co wenden kann. Wie findet man sich zurecht in diesem Behördendschungel?

Anne Gersdorff: Es ist wirklich kompliziert. Es gibt unterschiedliche Stellen, die man ansprechen kann. Wir haben versucht aufzuzeigen, welche der Stellen am ehesten der richtige Ansprechpartner ist. Grundsätzlich können behinderte Menschen aber nichts falsch machen, denn jedes Amt muss das Anliegen prüfen und dann an die richtige Stelle weiterleiten.

Es herrscht zuweilen die Meinung, dass Behördenmitarbeiter*innen schlecht gelaunt und schroff seien. Wie kann man möglichst selbstbewusst auftreten und zu seinem Recht kommen?

In einer Behörde arbeiten auch nur Menschen. Ich glaube, wir gehen manchmal zu schnell in eine Abwehrhaltung oder denken, dass sie uns etwas Schlechtes wollen. Eigentlich sind sie da, um zu helfen und geben sich Mühe. Daher plädiere ich eher für einen Mittelweg: freundlich, aber bestimmt. Wenn die Situation in die falsche Richtung läuft, dann kann man die Menschen immer noch in ihre Schranken verweisen oder aufzeigen, wo es langgeht mit der Inklusion und diese auch vehement einfordern.

Man muss seine Rechte kennen. Gibt es einen Ort – zum Beispiel im Internet – wo ich diese Rechte gebündelt finden kann?

Das Problem ist, dass es sehr viele Orte im Internet gibt, wo vereinzelte Informationen zu finden sind. Wir bei JOBinklusive probieren es zu bündeln. Das ist eine schwierige Aufgabe, ganz besonders im Bereich Arbeit. Grundsätzlich finde ich die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) einen guten Anlaufpunkt, weil dort Menschen mit Behinderung andere Menschen mit Behinderung beraten. Es ist sehr wichtig, sich außerhalb der Behörde nochmal unabhängig beraten zu lassen und sich eine externe Meinung einzuholen.

Aber ist es wirklich so, dass ich bei der EUTB zu allen meinen Fragen Hilfe bekomme?

Nein, auch EUTB-Berater*innen wissen nicht immer alles. Aber wenn es eine gute Beratung ist, dann wissen sie mindestens, wer es wissen könnte und verweisen auf diese Stelle.

Von welchen Erfahrungen mit Behörden berichten Menschen mit Behinderung?

Man wird dort oft in eine Schublade gepackt. Einer Person im Rollstuhl wird sehr schnell eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk vorgeschlagen. Das sind Sonderberufsschulen und -Ausbildungsstätten mit nur wenig Bezug zu Betrieben. Menschen mit Lernschwierigkeiten bekommen oft nur eine Werkstatt als Option geboten. Das sind spezielle Einrichtungen. Dort arbeiten ausschließlich Menschen für ein Taschengeld, für die eine Beschäftigung wegen Art oder Schwere der Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht, noch nicht oder noch nicht wieder in Betracht kommt.

Viele Menschen mit Behinderung haben in der Umfrage angegeben, dass sie gar nicht unterstützt worden sind, inklusiv zu arbeiten. Dabei denken viele, dass sie den “normalen” oder “klassischen” Weg gehen könnten. Doch die inklusive Option wurde gar nicht vorgeschlagen. Das ist ein großes Problem.

Auf dem Bild ist eine Grafik zu sehen mit der Überschrift: Wie bist du gerade beschäftigt? Ein großer blauer Aktenkoffer steht für 52,8% der Befragten, die angaben angestellt zu sein. Ein lila Fernglas steht für 8,9 % die auf Jobsuche sind. Ein magentafarbener Aktenkoffer mit einem Schloss davor steht für 8,5% die erwerbsunfähig sind. Ein Aktenkoffer mit Flügeln steht für 7,3% die selbständig sind, drei schwarze Punkte stehen für 7 % die etwas anderes machen. Ein blaues Haus mit Zahnrad im Dach steht für 6,9% die in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt sind. Ein grüner Absolvent*innen-Hut steht für 5,2% die studieren, ein orangener Schreibblock steht für 2,8% die eine Ausbildung machen.
Grafik: JOBinklusive
Anne hat mittellange blonde Haare und sitzt im Rollstuhl. Sie lächelt in die Kamera.
Bild: Andi Weiland

Anne Gersdorff engagiert sich für Inklusion in den Bereichen Bildung und Arbeit. Bei BIS e.V. und dem DisAbility Talent Programm unterstützte sie Menschen mit Behinderungen, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt lernen und arbeiten. Mittlerweile arbeitet sie als Projektreferentin für JOBinklusive. Außerdem ist sie im Vorstand von Wild:LACHS für alle e.V. und als Workshop-Referentin tätig. Weil ihre Muskeln eher zu der faulen Sorte gehören, saust Anne im Rollstuhl durch die Welt und beschäftigt neun Assistent*innen, die ihr ihre Kraft leihen.

Welche Anlaufstelle könnte hier aufklären?

Es braucht eine Antidiskriminierungs- und Vermittlungsstelle in der Agentur für Arbeit und den anderen Behörden in diesem Bereich. Dort wird häufig geglaubt, dass dies nur Einzelfälle sind, doch wir glauben, dass institutionelle Strukturen dahinterstecken und die müssen transparent werden. Es braucht eine Stelle, die diese Abläufe alle analysiert und verbessert.

Es werden viele Ressourcen für den inklusiven Arbeitsmarkt ausgegeben und es wird versucht, Dinge zu verändern. Doch die Maßnahmen kommen nicht bei den Betroffenen an. Eine spezielle Beratungsstelle für inklusives Arbeiten halte ich für sehr sinnvoll.

Gibt es keine Fortbildungsmaßnahmen in der Agentur für Arbeit für die dortigen Berater*innen?

Doch, es gibt mittlerweile Fortbildungsmaßnahmen für alle. Herr Scheele, der Chef der Bundesagentur für Arbeit, hat Inklusion zur Chefsache erklärt und deshalb einen eigenen Stab von 10  Personen eingerichtet, die dafür sorgen, dass die Agentur für Arbeit inklusiver wird. Es muss trotzdem noch viele Fortbildungen geben, bis Menschen mit Behinderung endlich ihr Recht bekommen, inklusiv zu arbeiten.

Es hängt auch viel mit dem einzelnen Menschen ab, dem man gerade gegenübersitzt …

Genau. Es gibt die, die Inklusion möglich machen, aber es gibt auch die, die in den alten Vorstellungen und Mustern stecken. Derzeit ist es einfacher, die 10 Schüler*innen aus der Förderschule direkt in eine Werkstatt zu vermitteln, statt 10 individuelle Lösungen zu finden. Das darf jedoch nicht ausschlaggebend sein.

Wo können sich die Mitarbeiter*innen von den Behörden informieren?

Die meisten Behörden haben intern Ansprechpartner*innen für den Bereich Inklusion. Die Mitarbeiter*in müssten nur über den kurzen Dienstweg zum Telefon greifen, um mehr zu erfahren. Aber oft sitzen an diesen Stellen Menschen ohne Behinderungen. Nach der Forderung der Behindertenbewegung “Nichts über uns, ohne uns“, sollten hier mehr Menschen mit Behinderung als Expert*innen einbezogen werden.

Derzeit ist es einfacher, die 10 Schüler*innen aus der Förderschule direkt in eine Werkstatt zu vermitteln, statt 10 individuelle Lösungen zu finden. Das darf jedoch nicht ausschlaggebend sein.

Anne Gersdorff von JOBinklusive

Im FAQ für Arbeitnehmer*innen mit Behinderung geht es auch um Gutachten. Ein Gutachten ist nicht per se schlimm, sagt ihr. Aber die Prägung von behinderten Menschen ist, dass Gutachten negative Konsequenzen haben können.

Es ist ganz oft so, dass man als behinderte Person beweisen muss, was man kann. Man muss zum Beispiel in einem Gutachten beweisen, dass man eine Ausbildung schaffen wird. Nichtbehinderte Menschen müssen das vorher nicht beweisen – da reicht der Schulabschluss. Das ist natürlich unfair. Doch aktuell bietet so ein Gutachten die Möglichkeit, bestimmte Hilfsmittel oder Unterstützung beim Lernen, bei der Kommunikation oder Assistenz zu erhalten. Das ermöglicht wiederum inklusive Wege.

Aber man sollte trotzdem skeptisch bleiben…?

Ja, skeptisch bleiben, aber sich nicht per se sträuben. Es braucht manchmal diese Form der Argumentation für die Berater*innen. Behinderte Menschen können auch eigene Gutachten und Stellungnahmen einreichen, von vertrauten Mediziner*innen oder Lehrer*innen beispielsweise und so dass Bild komplettieren.

Für den Lebensweg eines Heranwachsenden mit Behinderung ist es entscheidend, wie sich Eltern für ihr behindertes Kind engagieren. Aber irgendwann muss auch ein Abnabelungsprozess stattfinden. Wie schafft man diese Unabhängigkeit?

Einerseits zeigt sich in unserer Umfrage, dass vor allem die Eltern unterstützend sind und sich dafür einsetzen, inklusive Wege zu schaffen. Andere Eltern haben weniger Ressourcen und scheitern an den starren Strukturen. Das kann nicht sein.

Es ist ein schmaler Grat. Eltern haben oft gelernt, nur wenn sie sich vehement für die Inklusion einsetzen und die Wege frei boxen, bewegt sich etwas. Doch es ist auch wichtig, dass junge behinderte Menschen eigene Erfahrungen machen und Entscheidungen treffen mit den daraus resultierenden Konsequenzen. Jede*r braucht diese Möglichkeiten, sich selbst herauszufinden und vielleicht auch zu scheitern. Doch gerade Menschen mit Lernschwierigkeiten wird das oft abgesprochen. Wenn man in der Behindertenwerkstatt ist, hat man sehr wenig Raum, sich auszuprobieren. Alles ist durchgeplant und es gibt sehr wenig individuellen Freiraum.

Wie verläuft denn der klassische Weg in die Werkstatt?

Es gibt zwei Möglichkeiten. Bereits gegen Ende der Schulzeit wird mit Hilfe von Gutachten festgestellt, ob eine Person arbeitsmarktfähig ist. Wenn nicht, erhält sie den Stempel „Werkstatt“. Die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung oder Lernen bereiten Menschen mit Behinderung oft ausschließlich auf die Arbeit in einer Behindertenwerkstatt vor. Während nichtbehinderte Schüler*innen in Betrieben Praktika absolvieren, gehen die Schüler*innen mit Behinderung in Werkstätten. Ausflüge zur Berufsorientierung werden auf Werkstattmessen gemacht.

Wie viele Leute arbeiten in Werkstätten für behinderte Menschen?

Im November 2018 waren 312.000 Menschen in einer Werkstatt beschäftigt, die Tendenz ist seit Jahren steigend. Dabei ist der Auftrag einer Werkstatt eigentlich, die Leute zu befähigen, wieder auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu arbeiten. Sie müssten sich also eigentlich selbst abschaffen, doch das passiert nicht, weil nur sehr wenige den Übergang schaffen. Es muss also irgendwo eine große Lücke im System geben.

Es gibt keine Pläne, die Leute für den Wechseln vorzubereiten?

Doch, Werkstätten müssen ein Übergangsmanagement haben. Eigentlich hat jede Behindertenwerkstatt dafür bestimmte Ansprechpersonen, aber anscheinend funktioniert das nicht. Dabei gibt es tolle Konzepte und Beispiele, wie es gelingen kann. Aber das System erhält sich lieber selbst. Eine große Berliner Werkstatt verkündete, dass sie in 10 Jahren von 1600 Beschäftigten 70 Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt haben. Das sind ungefähr 0,5%. Das ist keine Zahl, mit der man sich rühmt.

Die Werkstätten müssen vor niemandem Rechenschaft ablegen?

Der Druck wird größer und die Kritik lauter, aber derzeit ist das noch sehr auf die Inklusionsaktivist*innen und die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention beschränkt. Für die Mehrheit sind Werkstätten jedoch eine gute Sache, so dass Unternehmen sogar damit werben á la “Wir stellen in einer Behindertenwerkstatt her…“. Es ist fatal, dass dieses System so selten kritisch hinterfragt wird.

Wobei ja trotzdem klar sein muss, dass nicht jede*r z.B. eine Hochleistung-Büroangestellte werden kann.

Ja klar. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass es für jede Person einen Ort gibt, an dem die Person etwas beitragen kann. Den muss man nur finden. Es geht nicht darum, dass jede*r Elon Musk oder Angela Merkel wird. Aber die Möglichkeit sollte theoretisch jede*r haben. Es gibt Arbeiten, die auch ohne große schulische Kenntnisse ausführbar sind und die Menschen mit Lernschwierigkeiten erlernen können. Also: think out of the box.

Gibt es einen klassischen Weg raus aus der Werkstatt?

Nach den Wünschen und Vorstellungen der Beschäftigten sollte die Werkstatt den passenden Ort auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt suchen und vorschlagen. Dann unterstützt sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dort ein Praktikum. Dabei wird geschaut, was die Person braucht und damit dann in die Arbeit übermittelt. Dafür wird die Werkstatt bezahlt. Doch dieser Prozess bleibt bereits am Anfang stecken.

Warum funktioniert es nicht?

Die Werkstätten behaupten, dass die Unternehmen niemanden mit Behinderung einstellen wollen. Die Unternehmen wiederum sagen, dass sich bei ihnen kein Mensch mit Behinderung meldet… Es gibt also irgendwo ein schwarzes Loch.

Die Unternehmen könnten sich aber auch bei JOBinklusive melden, oder?

Ja gern. Wir sind keine Jobvermittlung, aber wir können Tipps geben, wie Unternehmen behinderte Menschen finden und wie ihr Betrieb inklusiver werden kann.

Es gibt die Ausgleichsabgabe, die Unternehmen bezahlen, wenn sie keine oder zu wenig Menschen mit Behinderung einstellen. Wofür wird dieses Geld verwendet?

Mit der Ausgleichsabgabe wird die Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben finanziert. Sie soll die Mehrkosten von Unternehmen, die Menschen mit Behinderung einstellen, ausgleichen. Daraus wird dann zum Beispiel der gesetzliche Zusatzurlaub oder Hilfsmittel und Assistenzen für die Arbeit finanziert.

Die Mehrheit der Unternehmen zahlt eher eine Ausgleichsabgabe, als Menschen mit Behinderung einzustellen…

Oder die Unternehmen arbeiten mit einer Behindertenwerkstatt zusammen. So eine Zusammenarbeit wird auf den Prozentsatz der Beschäftigten mit Behinderung angerechnet – obwohl nur eine Dienstleistung eingekauft wurde. Das ist ein bisschen so, wie wenn man Volkswagen beauftragen würde und dafür eine Umweltprämie bekommt.

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4 Antworten

  1. Hallo,
    ein wichtiges Thema.
    Inklusion im Arbeitsleben ist häufig sehr schwierig umzusetzen.
    Was mir im Artikel fehlt, ist die immer größer werdende Gruppe an Werkstattbeschäftigten, die nicht aus den Förderschulen direkt kommen. Immer öfter sind die psychisch Kranke, denen man einfach keine Chance auf dem Arbeitsmarkt gibt. Ich selbst bin psychisch krank, habe nach dem Studium einige Jahre regulär gearbeitet und fand nach einigen Fehlzeiten aufgrund meiner Schwerbehinderung keine Stelle mehr. Es wurde immer nur gefragt, ob ich einen Aufzug benötige. Was in meinem Fall nicht relevant ist. Da aber schwer zu greifen ist, welchen Nachteilsausgleich ich benötige, blieb mir nach 2 Gutachten nur der Weg in die Werkstatt. Dort ging es mir sehr schlecht, unterfordert, ausgegrenzt, ausgenutzt, Leiharbeit für ein Taschengeld, Anwesenheitspflicht, auch wenn nichts zu tun war…. Werkstätten sind für diese größer werdende Zielgruppe nicht gedacht. Nach über einem Jahr und einer bedrohlichen Krise auch aufgrund der hoffnungslosen Situation, durfte ich endlich mit dem Integrationsdienst einen Außenarbeitsplatz suchen. Seit 1 Jahr arbeite ich außerhalb. Aber regelmäßige Bezahlung ist immer noch nicht möglich. Ich arbeite abgestuft im Bereich, den ich studiert habe. Man ist mit mir zufrieden. Aber die Behörden genehmigen keine Bezahlung, da es kein entsprechendes Berufsbild gibt und das alles so noch nicht da war. Mindestlohn würde mir zunächst genügen. Bisher erhalte ich jedoch nur Fahrtgeld und 150 €. Da das zzsammen mit meiner sehr geringen Erwerbsminderungsrente nicht für eine Miete reicht, wohne ich wieder bei meinen Eltern. Mit 45.
    Freundliche Grüße
    Christiane W.

    1. Hallo Christiane, Anne und Judyta,
      vielen Dank für diesen Artikel!
      Ich habe selbst eine Schwerbehinderung und bin Rollstuhlfahrerin. Gleichzeitig werde ich in Kürze eine Stelle innerhalb der Agentur für Arbeit im Bereich Reha- und SB-Beratung antreten. Daher ist Euer Artikel, aber auch der Kommentar, für mich sehr wertvoll.
      Ich habe persönlich den Eindruck, dass der sog. Reha-Bereich innerhalb der Agentur für Arbeit eigentlich einen ganz guten Job macht – aber das mag agentur- oder mitarbeiterspezifisch sein.
      Aber Ihr habt auch sehr Recht, wenn Ihr bestehende Strukturen kritisiert – dass die Inklusionsbeauftragten (in meinem Verbundskreis) allesamt nicht von einer Behinderung betroffen sind, finde ich schon merkwürdig. Allerdings konnte ich auf Nachfrage das z.B. nicht auch noch übernehmen – ich bin Vollzeitbeschäftigte sowie Trainerin und individuelle Lernbegleiterin, außerdem alleinerziehende Mutter und einzige Tochter eines schwerbehindertn Vaters von 81 Jahren.
      Andererseits weiß ich aber auch, dass es andere KollegInnen gibt. Es ist aber nicht Jede/r bereit, auch etwas zu sagen. Naja. Ich werde das beobachten.
      Da ist mein Zeitplan irgendwie voll.
      Jedenfalls, werde ich mich bemühen. Ich habe sowohl ein Medizin- als auchein Psychologiestudium im Koffer sowie eine Peer Counseling – und eine Mediatoren – Ausbildung.
      Aber für alle Eure Anregungen und Themen bin ich sehr dankbar.

  2. In Hamburg gibt es für Menschen mit Lernschwierigkeiten die Hamburger Arbeitsassistenz und für solche mit psych. Behinderung Arinet als Integrationsfachdienst in den ersten Arbeitsmarkt. Warum gibt es das nicht in ganz Deutschland in jeder Kommune? Das Modell ist erprobt, seit 25 Jahren bewährt und erfolgreich.Keiner müsste von Null anfangen mit einem Integrationsfachdienst.

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