Mut beginnt da, wo Widerspruch im eigenen Umfeld unbequem wird

Demo vor dem Brandenburger Tor, Plakat 1: Die Scham muss endlich die Seite wechseln, Plakat 2: This is Abuse not tech, Plakat 3: WTF Christian!?!

Nach den bekannt gewordenen Fällen von digitaler Gewalt gegen Collien Fernandes sind gerade viele Stimmen zu hören, die sich klar gegen Gewalt an FLINTA*-Personen positionieren. Gerade cis Männer sollen sich zu Wort melden. Zu Recht. Doch was bedeutet es, wenn sie sprechen? Wann ist es Solidarität und wann bloße Selbstinszenierung?
Raúl Krauthausen reflektiert über Scham, Verdrängung und die unbequeme Frage: Welchen Anteil habe ich an an diesen misogynen Strukturen und was folgt daraus für mein Handeln?

Der Rollstuhltoiletten Fauxpas

Logo Die Neue Kolumne von Leon Amelung auf grasgrünem Hintergrund

Manchmal lernt man im Leben große Lektionen an unerwarteten Orten. Zum Beispiel – auf der Toilette. Was als kurzer Besuch in der Stadtbibliothek Hannover begann, wurde für unseren Kolumnisten Leon Amelung eine unbequeme Erinnerung daran, dass auch er ableistische Denkmuster verinnerlicht hat. Barrierefreiheit beginnt hier nicht bei Rampen, sondern im Kopf – und mit einem offenen Gespräch. Ableismus zu verlernen, ist ein Prozess. Fehler gehören dazu. Entscheidend ist, was wir daraus machen.

Authentizität statt Anpassung – Was wir von Menschen mit Behinderung über Selbstakzeptanz lernen können

Zwei Frauen sitzen an einem runden Tisch und unterhalten sich lachend. Eine Frau nutzt einen Rollstuhl. Im Hintergrund sind mehrere Menschen zu sehen.

Viele Menschen glauben, dass es eine bestimmte Persönlichkeit erfordert, um mit einer Behinderung zu leben. Authentizität ist aber eine Stärke, die durch den offenen Umgang mit Begrenzungen wachsen kann. Nicht jede vermeintliche Stärke ist eine echte: Die idealisierte ‚Treue‘ behinderter Menschen wird allzu oft instrumentalisiert, um tief verwurzelte strukturelle Missstände zu verschleiern, berichtet Raúl Krauthausen.

Von Scham und Stolz

Das Logo von Die Neue Norm auf pinkem Grund. Rechts davon steht: die Neue Kolumne. Unten steht: von Kassandra Ruhm.

“Für die sexuelle Orientierung sollte man sich nicht schämen müssen, für eine Behinderung ebensowenig.” Kassandra Ruhm spicht sich in ihrer Kolumne dafür aus, sich nicht zu verbiegen, sondern stolz man selbst zu sein.