Sachen aus Werkstätten für behinderte Menschen begleiten unseren Alltag.
Vom Sicherheitsgurt im Auto bis zum Kaffee im Regal, dort werden viele Sachen hergestellt.
Doch Menschen mit Behinderungen in Werkstätten werden nicht fair bezahlt.
Warum eigentlich nicht?
Wer verdient daran?
Und warum ändert niemand etwas daran?
Ein Text von Sarah Schank.
Informationen in Einfacher Sprache
Dieser Text ist in Einfacher Sprache. Hier findest du ihn auch in Alltagssprache.
Viele Sachen in unserem Alltag kommen aus einer Werk-statt für behinderte Menschen. Sehr viele Menschen mit Behinderungen arbeiten dort jeden Tag.
Sie machen zum Beispiel diese Dinge:
- Sie bauen Lampen zusammen.
- Sie füllen Dusch-gel in Flaschen.
- Sie machen Sicherheits-gurte für Autos.
- Sie verpacken Pakete.
Wir alle benutzen diese Dinge. Die Arbeit von den Menschen ist wichtig.
Aber die Menschen bekommen nicht genug Geld dafür.
Ein Mensch in der Werk-statt muss einen Tag arbeiten für das gleiche Geld wie andere Menschen in 1 Stunde verdienen.
Zu wenig Geld für die Arbeit
In Deutschland gibt es ein Gesetz für den Mindest-lohn.
Mindest-lohn bedeutet: Jeder Mensch bekommt mindestens eine bestimmte Menge Geld für eine Stunde Arbeit.
Aber für Menschen in Werk-stätten gilt dieses Gesetz nicht.
In der Werk-statt arbeiten etwa 300.000 Menschen.
Sie bekommen im Durch-schnitt nur 230 Euro im Monat. Das heißt: Viele Menschen bekommen ungefähr so viel Geld.
Das ist sehr wenig Geld.
Ein Mensch in der Werk-statt muss einen Tag arbeiten für das gleiche Geld wie andere Menschen in 1 Stunde verdienen.
Von 230 Euro im Monat kann kein Mensch leben.
Weniger als 1 von 100 Menschen schafft den Wechsel auf den Arbeitsmarkt.
Ein Recht für alle Menschen
Es gibt einen wichtigen Vertrag für die ganze Welt. Er heißt: UN-Behinderten-rechts-konvention.
In diesem Vertrag stehen die Menschen-rechte.
Darin steht ganz klar: Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf Arbeit.
Und sie haben ein Recht auf einen guten Lohn für ihre Arbeit.
Deutschland nutzt aber eine Ausrede.
Die Menschen in der Werk-statt heißen nicht Arbeit-nehmer*innen.
Sie sind nur so ähnlich wie Arbeitnehmer*innen.
Sie werden meistens Beschäftigte genannt.
Die Werk-statt sagt: Die Menschen sind zum Lernen hier.
Die Werk-statt soll den Menschen helfen.
Zum Beispiel wenn es jemanden nicht so gut geht.
Oder wenn man mehr Zeit zum Lernen braucht.
Die Werkstatt soll dabei helfen, dass die Menschen später in einer Firma arbeiten können.
Aber das klappt fast nie.
Weniger als 1 von 100 Menschen schafft den Wechsel auf den Arbeitsmarkt.
Die Arbeit in der Werk-statt ist echte Arbeit. Es ist egal, ob jemand langsam arbeitet. Oder ob jemand Hilfe bei der Arbeit braucht. Hilfe am Arbeits-platz ist ein Recht. Aber Hilfe ist kein Grund für wenig Lohn. Der Mindest-lohn muss für alle Menschen gelten.
Arbeit ist Arbeit
Was ist echte Arbeit?
Die Werk-statt macht viele Produkte für große Firmen.
Diese Produkte brauchen wir alle.
Deshalb ist die Arbeit in der Werk-statt echte Arbeit.
Es ist egal, ob jemand langsam arbeitet.
Oder ob jemand Hilfe bei der Arbeit braucht.
Hilfe am Arbeits-platz ist ein Recht.
Aber Hilfe ist kein Grund für wenig Lohn.
Der Mindest-lohn muss für alle Menschen gelten.
Es gibt ein gutes Beispiel: Inklusions-betriebe. Dort arbeiten viele Menschen mit Behinderungen zusammen mit Menschen ohne Behinderungen. Diese Firmen bezahlen den Mindest-lohn. Das zeigt: Es ist möglich.
Wer bezahlt das Geld?
Manche Menschen fragen: Woher kommt das Geld für den Lohn?
Der Staat kann einen Teil vom Lohn be-zahlen. Das nennt man auch Lohn-kosten-zuschuss.
Aber auch die Firmen in Deutschland sollen mehr Geld bezahlen, wenn sie mit Werkstätten zusammenarbeiten.
Große Firmen verdienen viel Geld.
Diese Firmen dürfen nicht reich werden durch die günstige Arbeit von Menschen mit Behinderungen.
Es gibt ein gutes Beispiel: Inklusions-betriebe.
Dort arbeiten viele Menschen mit Behinderungen zusammen mit Menschen ohne Behinderungen.
Diese Firmen bezahlen den Mindest-lohn. Das zeigt: Es ist möglich.
Wir brauchen Inklusion. Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu. Alle können zusammen arbeiten.
Keine Geschenke, sondern Rechte
Menschen mit Behinderungen sollen überall arbeiten können.
Wir brauchen Inklusion. Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu. Alle können zusammen arbeiten.
Dafür muss die Arbeits-welt besser werden.
Es darf keine Sonder-welten mehr geben.
Aber solange es Werk-stätten gibt, ist klar: Die Arbeit dort muss fair be-zahlt werden.
Gute Arbeit verdient gutes Geld.